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Foto: das_banni / photocase.com

GerätekritikEin halbes Jahr auf Android

Mittwoch, 21. Dezember 2011

Manch­mal stell ich mir vor, mein ele­gant geschwun­ge­nes Sony-​Ericsson Xpe­ria Arc an der dafür vor­ge­se­he­nen schma­len Stelle in der Mitte durch­zu­bre­chen und die bei­den Hälf­ten mit einem mit­tel­gro­ßen Ham­mer so lange zu bear­bei­ten, bis die Teile in die Kaf­fee­mühle pas­sen. Dann würde ich das Mahl­gut auf­brü­hen und Sud samt Saft weg­gie­ßen — trin­ken kann man das ja nicht. Aber wie gesagt: Das ist nur manchmal.

Rela­tiv lange hatte ich mich dage­gen gewehrt, ein Smart­phone zu kau­fen. Ich sah mich in der Gefahr, stän­dig irgend­was im Inter­net damit zu fum­meln. Heute weiß ich: Die Gefahr besteht nicht. Zum Einen ist mein Mit­tei­lungs­be­dürf­nis unter­wegs wesent­lich klei­ner, als befürch­tet. Zum Ande­ren eig­net sich so ein Tele­fon dafür erstaun­lich wenig. 

Mit dem Xpe­ria Arc von Sony-​Ericsson ist im Som­mer end­lich ein Smart­phone erschie­nen, des­sen Kamera zumin­dest nomi­nell mit dem mei­nes Vorgänger-​Telefons dem Sony-​Ericsson C905 mit­hal­ten konnte. Die Kamera ist mir rela­tiv wich­tig. Wenn schon eine in einem Tele­fon ein­ge­baut ist, dann soll die auch keine unnö­tig schlech­ten Fotos machen.

Benach­rich­ti­gun­gen aus!

Auf dem Xpe­ria Arc läuft Android. Und soweit ich das erkenne, schafft es Vod­a­fone, die Ver­sion aktu­ell zu hal­ten. So ein Smartphone-​Betriebssystem ver­lei­tet dazu, erst ein­mal alle Fea­ture auf ein­mal zu akti­vie­ren, bis man nach 10 Minu­ten merkt, dass es total ner­vig ist, über jede Nach­richt bei Face­book, Google+, Twit­ter oder per Mail und SMS benach­rich­tigt zu wer­den. Am Ende habe ich sogar meine Mail­box abge­schal­tet. Jetzt wer­den mir nur noch SMS ange­zeigt. Alles andere hole ich mir auf Anfrage, wenn ich Lan­ge­weile hab.

An den Akku den­ken

Nach ner Woche hab ich dann gemerkt, dass der Akku mit all dem Gelöt instal­liert nur noch knapp den Weg zur Arbeit hält. Also MP3–Player und alles was blinkt und glänzt wie­der deinstalliert.

Über­flüs­si­ges ent­sor­gen

Nach noch einer Woche hab ich dann gemerkt, dass die meis­ten Apps ohne Benach­rich­ti­gun­gen nicht mehr sind als Links auf Web­sei­ten. Zuge­ge­ben: Die tagesschau-​App ist ein sehr guter Link auf die Web­site. Aber wie viele sol­cher Apps (Spie­gel Online, Zeit Online, Guar­dian usw.) will man sich eigent­lich instal­lie­ren? Und wenn man sich nicht alle instal­lie­ren will, kann man die eigent­lich auch alle wie­der runterschmeißen.

Ich hab auch unge­fähr ein Dut­zend zum gro­ßen Teil kos­ten­pflich­ti­ger Kamera-​Apps aus­pro­biert und fest­ge­stellt, dass sie alle genauso kacke sind, wie das Ori­gi­nal. Dann kann ich auch gleich das Ori­gi­nal benut­zen.

Sinn­volle Apps blei­ben übrig

Inzwi­schen ist mein Xpe­ria Arc fast wie­der im Aus­lie­fe­rungs­zu­stand. Da frage ich mich wirk­lich, wie Rowi das macht mit sei­nen wöchent­li­chen App-​Verstellungen. Ein­zige Aus­nah­men auf mei­nem Tele­fon sind:

  1. K9 Mail ist ein wesent­lich bes­se­res Mail-​Programm, als die ori­gi­nale App und scheint dabei nicht wesent­lich mehr Akku zu fressen.
  2. Öffi ist eine nette App, um zu erfah­ren, wann der nächste Bus fährt. Brauch ich aber echt selten.
  3. Die erst­beste Taschen­lam­pen­app, die ich fin­den konnte.
  4. Ubuntu One Files lädt neue Fotos im nächs­ten ver­füg­ba­ren WLAN in die Cloud.
  5. Der Wifi Mana­ger ist ein guter Ersatz für den dürf­ti­gen WLAN–Mana­ger von Android.
  6. Ich hab dann noch AndSMB und Air­Droid instal­liert, ob ein­fach auf das Tele­fon zugrei­fen zu kön­nen. So rich­tig was damit gemacht hab ich aber noch nicht.

Ins­ge­samt nervt mich das Tele­fon aber häu­fi­ger. Es rea­giert ein­fach oft unglaub­lich lang­sam. Klick aufs Tele­fon­buch. 4 Sekun­den. Klick auf Namen. 4 Sekun­den. Klick auf die Tele­fon­num­mer. 5 Sekun­den, bis die Tele­fon da ist. Auf­bau der der Ver­bin­dung… Das Gegen­teil von „snappy“. Es fühlt sich ein­fach nicht so an, als wäre die­ses Gerät zum Tele­fo­nie­ren gedacht. Oder zu irgend­was ande­rem — denn die meis­ten ande­ren Funk­tio­nen sind ja nicht schneller.

Das ein­zige was schnell ist, ist der Akku leer. Schnell wie­der gela­den bekommt man den Akku nur mit dem Original-​Netzteil. Per USB am Rech­ner dau­ert das ewig. Und das 1000 mAh–Netz­teil, dass es bil­lig bei Elek­tro­nik­händ­ler gab, schafft es auch kauf den Akku schnel­ler zu fül­len, als er sich leert. Und wenn dann mor­gens nach einer Nacht am Netz­teil der Akkus lee­rer ist, als am Abend vor­her, stelle ich mir vor, mein ele­gant geschwun­ge­nes Sony-​Ericsson Xpe­ria Arc an der dafür vor­ge­se­he­nen schma­len Stelle in der Mitte durchzubrechen…

Foto: das_​banni /​pho​to​case​.com

Kommentare

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    Thilo

    21. Dez 2011

    Das klingt doch mal nach ‚ner ehr­li­chen Bespre­chung! Ich hatte bis­her kein Smart­phone, hatte jetzt über­legt eins zuzu­le­gen, aber als ich von vie­len hörte, dass die maxi­mal 2 Tage an Akku­lauf­zeit haben wars kein Thema mehr für mich. Akku­lauf­zeit wäre für mich eines der wich­tigs­ten Leis­tungs­merk­male. So ab 4 – 5 Tage bei täg­li­che Nut­zung wäre für mich die Unter­grenze. Daher ists jetzt wie­der nur ein Block­handy gewor­den mit ein oaar Fea­tu­ren, um auch mal ins Netz zu kom­men. Wobei m.W. das iPhone auch nicht bes­ser ist, als die Android-​Geräte was Strom­ver­brauch angeht? Mein Gefühl ist, dass viele, die ihre Han­dys über den Klee loben, nicht Dei­nen Mut haben ein­fach mal zu sagen wie sch… die sind (in der Pra­xis). Man ver­kauft uns ja immer Dinge, in dem man uns viel ver­spricht. Erst ein­mal gekauft müs­sen sie das alles ja nicht hal­ten. Der Her­stel­ler und der Ver­käu­fer haben ihr Geld.

    ornament
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    Steffen Voß

    21. Dez 2011

    Das mit der Akku­lauf­zeit ist okay, wenn es ein gan­zer Tag ist. Ich hab das Tele­fon als Wecker ohne­hin immer bei mir über Nacht und dann kommt es an den Strom. Nur wenn ich mor­gens zur Arbeit geh und auf dem Weg nach Hause nicht abspre­chen kann, ob ich noch etwas ein­kau­fen muss, dann ist es ein Problem.

    Das unaus­ge­spro­chene Ver­spre­chen ist ja tat­säch­lich, dass man mit so einem Tele­fon alles gleich­zei­tig kann. Prak­tisch geht das eben nicht — aus ver­schie­de­nen Grün­den, wie erwähnt. Und dann unter­schei­det sich ein Smart­phone von einem Func­tion­phone oft nur durch einen bes­se­ren Brow­ser und die /​Möglichkeit/​alles Mög­li­che zu instal­lie­ren.

    Mir ist das auch erst nach die­sem Arti­kel klar gewor­den: Das wirft auch ein neues Licht auf den „Apps-​Hype“.

    ornament
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    Mathias

    21. Dez 2011

    Du hast ein SE Handy? Dann sind Deine Aus­sa­gen nicht wei­ter verwunderlich.

    Mein ers­tes Abdroid war das G1, Das war schon okay, dann hatte ich ein SE und das war gro­ßer Mist. Der Wech­sel zum HTC Desire und nun zum Nexus S von Samsung/​Google hin­ge­gen war schon ein Gewinn!

    SE kann keine Han­dys mehr bauen…

    ornament
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    Hinnerk

    21. Dez 2011

    Zuge­ge­ben, einige Apps sind rei­ner Luxus. Die Amazon-​App ist aller­dings gerade jetzt vor Weih­nach­ten und kurz vor Geburts­ta­gen ein sehr nütz­li­cher Luxus.

    Abge­se­hen davon ist mein iPhone ein voll­wer­ti­ges mobi­les Büro mit Zugriff aufs Pro­jekt­ma­nage­ment, Kalen­der, Time­tra­cker und allen gerade rele­van­ten Hand­bü­chern (in Drop­box). Außer­dem sind unter­wegs immer Karte, Navi und Bahn­fahr­plan dabei — auch nicht unprak­tisch.

    Dazu kom­men Wolf­ram Alpha und ein HP-​48-​Emulator — ganz ehr­lich, wie Du auf die bei­den ver­zich­ten kannst ist mir nicht klar. ;)

    ornament
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    Swen Wacker

    21. Dez 2011

    Ich hatte vor­her das G1 und wollte eigent­lich wie­der ein mit Tas­ta­tur. Aber mit bes­se­rem Dis­play als das G1 (Mein Dell Axim x51v hat mich da geprägt). Ich habe mich dann (weil ich Kün­di­gungs­frist bei t-​mobil ver­schwitzt hatte) not­ge­drun­gen für das SE Xpe­ria Arc ent­schei­den (wegen des gro­ßen Displays) — und bin immer noch recht zufrie­den. Es ist recht sta­bil, (wenn auch erst seit dem ers­ten update irgend­wann im Spät­som­mer, vor­her hatte es aus wohl eher okkul­ten Grün­den ab und an Abstürze). Lei­der ist es seit dem Update auf den Build 4.0.2.A.0.42) lang­sa­mer und schwer­fäl­li­ger gewor­den. Ich scheue mich immer noch davor, es zu roo­ten (für so tech­nisch affin halte ich mich nicht), denke aber manch­mal, dass man­che unnö­ti­gen Apps, die ich nicht brau­che, es aus­brem­sen könnten.

    An Apps nutze ich vol­ler Freude: news­Rob, Google Mail (K9 hab ich wie­der raus­ge­schmis­sen, da sehr umständ­lich mit der Bedie­nung), Sees­mic, Whats­App, DB Navi­ga­tor, Sees­mic, Face­book, Google+. Bei den Brow­sern schwanke ich zwi­schen Opera (lang­sam, aber gut Dar­stel­lung der Sei­ten) und Dol­phin (ver­sagt bei man­chen Sei­ten). Ama­zons Kindle (wenn ich mein Kindle mal nicht dabei habe) ist eben­falls recht nütz­lich. Ach ja: Google Music — aller­dings nur mit Songs, die auch auf der SD — Card lie­gen.

    Mit Juice­De­fen­der habe ich die Lauf­zeit ver­bes­sert. Tags­über liegt es neben dem PC und labt sich am USB-​Kabel. Nachts ist es am Lade­ge­rät. Wäh­rend der Zug­fahrt (ich fahre viel und regel­mä­ßig Zug) nutze ich es als mobi­len Hot­spot für den Lap­top. Wie alle mir bekann­ten inter­net­fä­hi­gen Han­dys hält der Akku bei akti­vier­ten 3G/​WLAN allen­falls einen hal­ben Tag 12 Stun­den. Als ich im Herbst in Ita­lien diese Funk­tio­nen abge­schal­tet hatte war ich erstaunt, dass es als rei­nes Tele­fon locker drei Tage mit einem Akkus läuft.

    ornament

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