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AndroidOpen Source für das Mobiltelefon

 
Andy!

Sonntag, 02. November 2008

„Android“ heißt das neuste Kind im Hause Google: Ein freies Betrieb­ssys­tem für Mobiltelefone: „Andy fürs Handy“ sozusagen. Auf dem „Google Sum­mer of Code Men­tor Sum­mit“ gab es eine Ses­sion zu Android und dort wur­den einige sehr Inter­es­sante Sachen dazu erzählt.

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Die Moti­va­tion für Google, ein freies Betrieb­ssys­tem für Mobil­tele­fone zu ini­ti­ieren war die Entwick­lung im Markt, dass Nokia mit 65% der Anteile sich mit­tler­weile zu einer Art Microsoft des Mobil­tele­fons mauserte. Bei allem Hype um das iPhone: Apple hat an dieser Sit­u­a­tion nichts geän­dert und wird es auch so schnell nicht.

Nokia und dann lange nix…

Keine Entwick­lung zur Nutzung von mobilen Geräten kommt an Nokia vor­bei: Wer will, dass sein Ser­vice im Markt akzep­tiert wird, muss zuse­hen, dass er auf Nokia-​Telefonen funk­tion­iert. Und Nokia kann machen, was ihnen am Besten ins Konzept passt: Der Stan­dard ist Nokia.

Offene Stan­dards!

Das Inter­net lebt aber von offe­nen Stan­dards und es ist groß gewor­den mit offe­nen Stan­dards: Jeder kann sich selbst einen Web­server ein­richten und ans Netz hän­gen. Dabei ist es vol­lkom­men egal, ob der mit Win­dows, Linux oder etwas vol­lkom­men selbst pro­gram­mierten betrieben wird. Haupt­sache der Rech­ner spricht TCP/​IP. Wer möglichst viele Leute erre­ichen will, bringt ihm dann noch HTTP und HTML bzw. CSS bei und schon kann sich jeder mit seinem Rech­ner die Inhalte anschauen. Bei den Clients ist auch wieder egal, welcher Browser auf welchem Betrieb­ssys­tem läuft. haupt­sache, er kennt die Standards.

Was man mit einem Nokia-​Telefon machen kann, wird von Nokia fest­gelegt und zum Beispiel dadurch beschrieben, was J2ME kann. Beim iPhone sagt Apple per SDK, was man darf und was nicht. Am offen­sten ist hier para­dox­er­weise Win­dows Mobile. Und jetzt eben Android.

Android für Entwickler

Android ist zur Zeit nur mit dem HTC G1 und einem Ver­trag von T-​Mobile erhältlich. Google arbeitet aber daran, auch Entwickler-​Versionen SIM-​frei, flash­bar und ohne Ver­trag anbi­eten zu können.

Erste Erfolge zeigten sich schon in der Phase vor dem Release des ersten richti­gen Android-​Telefons: Tüftler hat­ten den vorhan­de­nen Source-​Code benutzt und auf anderen Tele­fo­nen zum Laufen gebracht. Und das sogar ohne den voll­ständi­gen Code zu haben: Zu Anfang gab es das Prob­lem, dass die voll­ständige Freigabe des Codes dazu geführt hätte, dass die Spez­i­fika­tio­nen des HTC Tele­fons bekannt gewor­den wären, bevor es von HTC präsen­tiert wurde. Und trotz­dem haben es Leute zum Laufen gebracht.

Android Google-​frei?

Sicher führen auf dem G1 im Moment alle Wegen noch zu Google: Der Browser ist Chrome, die Mails laufen über GMail, die Nav­i­ga­tion über Google Maps und so weiter: Das ist ja auch ein run­des Paket, mit einer Menge toller Funk­tio­nen, die gut zusammenspielen.

Aber der Source Code ist offen, und es wird nicht lange dauern und es gibt Ver­sio­nen, die kon­fig­urier­bar alle möglichen Web­mailer, Kar­ten­di­en­ste usw. anbi­eten. Das hat man schon bei Chrome gese­hen: Kaum ist der Browser als Beta erschienen, bieten externe Pro­gram­mierer mit „Iron“ eine Ver­sion ohne die Google-​spezifischen Funk­tio­nen an.

Das Google-​Monopol?

Ich bin zwis­chen­durch gefragt wor­den, ob wir denn mit unserer Anwe­sen­heit auf dem Men­tor Sum­mit nicht das Google Monopol unter­stützten wür­den. Meiner Mei­n­ung nach gibt es kein wirk­liches Google Monopol: Microsoft hat ein Monopol.

Microsoft hat mit seinem Betrieb­ssys­tem und seinem Office-​Paket eine Reihe Stan­dards gesetzt, die nicht offen sind. Wer auf Micorosoft verzichtet, verzichtet auch auf 100%ige Kom­pat­i­bil­ität zu Microsoft. In einer Welt des Date­naus­tausches, ist das ein wichtiger Verkaufs­fak­tor für Windows.

Es ergibt sich aber kein Nachteil, wenn man statt google​.de ein­fach ixquick​.de oder yahoo​.de im Browser ein­gibt, wenn man web​.de statt GMail oder Live Earth statt Google Maps benutzt. Wer Google also nicht mag, soll ein­fach etwas anderes benutzen und sich nicht beschw­eren. Sogar gegen Google Ana­lyt­ics und Adsense kann man etwas tun, wenn es einem nicht passt – ohne Qualitätsverluste!

Ich block­iere zum Beispiel die Analytics-​Cookies und die Adsense Anzeigen, benutze als Suche ixquick und hole die Mails von einem anderen Server und wenn es die Daten gibt, schaue ich mir Karten bei Open­StreetMap an. Und ich freue mich darüber, dass es möglich sein wird, ein Android-​Telefon zu bekomme, das genau diese Kom­bi­na­tion unterstützt.

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