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Höflichkeit 2.0Polylog.tv warnt vor Datenexhibitionismus

 

Sonntag, 12. Oktober 2008

Immer wieder hört man die Geschichte vom Job‐​Suchenden, der vom Per­son­aler mit kom­pro­mit­tieren­den Party‐​Fotos kon­fron­tiert wurde. So behauptet auch poly​log​.tv in der Folge „Ruf­mord 2.000“, dass sich naiver Datenex­hi­bi­tion­is­mus im Netz sich spätestens bei der Job­suche rächt. Wie lange kann das noch so gehen, wenn immer mehr Men­schen online sind?

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Zum Thema „Höflichkeit“ steht bei Wikipedia:

Im Gegen­satz zur Fre­undlichkeit, mit der man ver­traute Men­schen behan­delt, ist die Höflichkeit stark durch gesellschaftliche Nor­men und Umgangs­for­men geprägt und drückt sich oft durch respek­tvolle Dis­tanz aus.“

Wie lange kommt man gesellschaftlich damit noch durch, dass man anderen Men­schen im Inter­net dig­i­tal nach­schnüf­felt, wenn Höflichkeit doch eine respek­tvolle Dis­tanz bedeutet und wir wis­sen, dass uns die meis­ten Daten ein­fach nichts ange­hen? Wir wis­sen nichts über die Art und Weise, wie die gefun­de­nen Infor­ma­tio­nen ins Inter­net gelangt sind. Da gibt es näm­lich einige Fragen: 

  1. Nie­mand kann ver­hin­dern, dass Andere Infor­ma­tio­nen über einen veröf­fentlichen. Noch dazu, wenn sie auf geschlosse­nen Plat­tfor­men veröf­fentlicht wer­den. Ich kann nicht überprüfen, was im Stu­diVZ über mich zu finden ist, ohne einen StudiVZ‐​Account zu haben.
  2. Selbst wenn die Infor­ma­tio­nen augen­schein­lich von der Per­son selbst veröf­fentlicht wurde, heisst das nicht, dass sich da nicht jemand unter falschem Namen einen Stre­ich erlaubt hat.
  3. Spielt da jemand eine Rolle, die in einem bes­timmten Kon­text einen anderen Sinn macht?
  4. Sind die Infor­ma­tio­nen überhaupt noch aktuell – wieviel haben sie noch mit der Per­son zu tun?

Die respek­tvolle Dis­tanz ist der­jenige Abstand, den ich frei­willig zum Anderen ein­halte, obwohl ich es nicht müsste. Und Infor­ma­tio­nen, die ich nicht mit dem Ziel einer Bewer­bung veröf­fentliche, gehen keinen Per­son­aler etwas an. Genauso wie ihn der Inhalt meines Mülleimers, den ich zwecks Entsorgung nach draußen stelle, nichts angeht.

Das ist sicher jetzt noch nicht so, weil die ganzen ach‐​so‐​cleveren Google‐​Bediener dieser Welt stolz darauf sind, wenn sie einen Namen in Anführungsze­ichen in eine Such­mas­chine eingeben und dann tat­säch­lich etwas gefun­den wird. Wenn aber erst ein­mal von jedem Per­son­aler selbst die Sauf­fo­tos vom Schützen­fest zu finden sind, wird sich das sicher langsam ändern.

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Kommentare



  •  
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    Der Brüsseler

    13. Okt 2008

    Zum einen ist jeder selbst verantwortlich was er/sie veröffentlicht. Zum anderen glaube ich kaum dass Personalberatungen oder Personalmanager über jedem Kandidaten eine Internetrecherche machen werden, dafür bewerben sich zu viele Menschen, es gibt zu viele Menschen mit gleichen Namen und somit ist es nicht immer einfach die gefundenen Informationen auch einer bestimmten Person zu zuordnen. Je mehr Informationen existieren, je mehr Menschen sich "veröffentlichen", desto größer, unübersichtlicher - letztendlich auch chaotischer - ist die Datenflut.

    PS: die Saufphotos auf StudyVZ sind lustiger/peinlicher ;-)

    ornament
  • Personalrecherche

     
    gravatar
    Steffen Voß

    13. Okt 2008

    Naja - aber vielleicht zu den letzten 5 wird dann doch recherchiert. Das ist dann vielleicht auch nicht so tiefgehend, aber wenn da zufällig n "lustiges" Foto rausfällt, das zum Bewerbungsfoto passt...

    ornament

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