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EinführungWas sind Location-Based Services?

 

Montag, 21. Juli 2008

Location-​Based Ser­vices (standort-​bezogene Dienste) sind die Schnitt­menge aus Inter­net, den Mög­lich­kei­ten mobi­ler End­ge­räte und raum­be­zo­gene Daten aus einem geo­gra­fi­schen Informationssystemen (GIS). Im Rah­men eines Vor­tra­ges an der Wirt­schafts­aka­de­mie Schleswig-​Holstein habe ich eine Prä­sen­ta­tion zu die­sem Thema aus­ge­ar­bei­tet, die ich heute abend auf dem Web­Mon­tag in Kiel noch ein­mal kurz zusam­men­fas­sen werde.

Stell Dir diese Situa­tion vor: Du sitzt im Park, genießt die Sonne und bekommst plötz­lich Durst. Du holst Dein Mobil­te­le­fon raus, schmeißt das Inter­net an und schaust, wo in der Umge­bung das nächste Café ist. Im Prin­zip ist das ein Bei­spiel für Location-​Based Ser­vices (LBS), denn Du hast dort die drei Elemente:

  1. Inter­net
  2. Mobi­les Endgerät
  3. raum­be­zo­gene Daten

Raum­be­zug?

Wie man Daten mit Raum­be­zug ver­wal­ten kann, ist rela­tiv ein­fach: Man hat eine Daten­bank mit Infor­ma­tio­nen („Cafés“) und diese Infor­ma­tio­nen sind zum Bei­spiel Adres­sen zuge­ord­net. Sys­teme, in denen man raum­be­zo­gene Daten ein­gibt, ver­ar­bei­tet und aus­gibt, nennt man Geo­gra­fi­sche Infor­ma­ti­ons­sys­teme (GIS).

Wo bin ich?

Um her­aus­zu­fin­den, wel­ches Café Dir das Sys­tem emp­feh­len soll, muss es wis­sen, wo Du Dich befin­dest. Dafür gibt es ver­schie­dene Möglichkeiten:

  • Du gibst ein­fach über ein Web­for­mu­lar die Adresse an, bei der Du Dich befin­dest. Das kann jeder – mit jedem End­ge­rät. Die Ortung dar­über ist ent­spre­chend recht genau. Nur muss man selbst schon vor­her wis­sen, wo man gerade ist.
  • Mit eini­gen Mobil­te­le­fo­nen und bei eini­gen Mobil­funk­an­bie­tern kann man sich frei­schal­ten las­sen, sich über die Funk­zelle orten zu las­sen, in der man gerade ange­mel­det ist. In Städ­ten kann das recht genau sein, weil hier viele Anten­nen ver­füg­bar sind. Auf dem Land ist diese Methode aber nicht ein­mal Kilo­me­ter­ge­nau. Da kann der Weg zum Café lang werden.
  • Immer mehr moderne Mobil­te­le­fone – wie das iPhone oder das Nokia N95 – ver­fü­gen über GPS Emp­fän­ger mit denen man sich auf den Meter genau orten kann.

Dar­über­hin­aus gibt es Metho­den, die sich für spe­zi­el­lere Anwen­dun­gen eigenen:

  • Bei der Ortung per WLAN loggt man sich ein­fach mit einem mobi­len End­ge­rät in einem WLAN ein. Da WLAN einen beschrän­ken Radius hat, kann das Sys­tem davon aus­ge­hen, dass man sich in der Nähe des WLAN–Rou­ters befindet.
  • 2D-​Barcode müs­sen mit dem Mobil­te­le­fon aus nächs­ter Nähe foto­gra­fiert wer­den. Wenn in dem Bar­code des­sen Stand­ort ver­schlüs­selt ist, kann man sich dar­über auf den Zen­ti­me­ter genau orten.
  • Ähnlich funk­tio­niert die Ortung per RFID. Diese Mini­chips haben eine äußerst geringe Reichweite.

Hin­der­nisse

LBS set­zen sich erst nach und nach durch. Zum einen haben die teu­ren, mobi­len Online­ta­rife viele Benut­zer abge­schreckt, zum ande­ren haben die Mobil­funk­an­bie­ter das Inter­net sehr restrik­tiv gehand­habt: Zugang gab es fast nur über deren eigene Portale.

Dazu kommt, dass die klei­nen Bild­schirme der Tele­fone und die Bedie­nung per 0 – 9-​Tastatur nicht gerade schnell geht und Spaß macht.

Pro­bleme durch LBS

Wer sei­nen Stand­ort wei­ter­gibt, muss damit rech­nen, dass er gespei­chert wird. Und wer häu­fig genug sei­nen Stand­ort wei­ter­gibt, über den kann ein detail­lier­tes Bewe­gungs­pro­to­koll erstellt werden.

Abhilfe will da zum Bei­spiel Yahoo mit der Fire-​Eagle API schaf­fen: Dort wer­den die Stand­ort­da­ten unter der Kon­trolle der benut­zer anonym und unab­hän­gig von ande­ren Diens­ten verwaltet.

Die Mög­lich­kei­ten von Location-​Based Ser­vices sind sicher noch nicht aus­ge­schöpft und stel­len einen gro­ßen Teil des Wachs­tums­po­ten­ti­als dar, das dem Markt der Geo­in­for­ma­tion immer wie­der pro­gnos­ti­ziert wird.

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