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Basiswis­sen Web2.0

Was ist RSS? Und warum ist es sexy?

 
Really Simple Syndication in a Nutshell

Freitag, 18. Juli 2008

Bei Den­nis Erd­mann ist ger­ade „Web2.0-Themenwoche“ und als erstes hat er „RSS“ vorgestellt. Ich denke nicht, dass es Zufall ist, dass er ger­ade RSS als erstes gewählt hat: RSS ist die wohl am meis­ten unter­schätze und unbekan­nte aller Tech­niken, die dem Web2.0 zugerech­net wer­den. Das liegt wohl daran, dass sie zunächst unsexy und tech­nisch daher kommt. Ich würde Den­nis aber gerne unter­stützen und „das Wort ver­bre­iten“. Was also ist RSS? Und warum ist es sexy?

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­RSS steht für „Really Sim­ple Syn­di­ca­tion“, was so viel bedeutet wie: „Echt ein­fache Möglichkeit [Inhalte] zusam­men­zuführen“ und meiner Mei­n­ung nach beschreibt es der aktuelle Wikipedia-​Eintrag nur unzureichend:

RSS ist ein Ser­vice auf Web­seiten, der ähnlich einem Nachrich­t­enticker die Überschriften mit einem kurzen Tex­tan­riss und einen Link zur Orig­i­nal­seite enthält.“

RSS ist zunächst ein­mal XML — das bedeutet, dass Infor­ma­tio­nen nach ihrer Funk­tion struk­turi­ert und mit „Meta­daten“ verse­hen werden:

  • Was ist RSS?“ ist die Überschrift
  • bla bla bla“ ist der Text

= Struk­tur

  • Erstellt am 17.7.2008
  • Veröf­fentlicht am 18.7.2008
  • Zu finden unter exam​ple​.com/​p​a​t​h​/​f​i​l​e.htm

= Meta­daten

Die Art und Weise, wie genau Struk­tur und Meta­daten markiert wer­den, ist in den RSS-​Spezifikationen fest­gelegt. Da diese Spez­i­fika­tio­nen bekannt sind, kann RSS mit beliebi­gen Pro­gram­men auf der einen Seite erzeugt wer­den und auf der anderen Seite ein­ge­le­sen wer­den. Per RSS kön­nen also Daten „übertra­gen“ wer­den. RSS ver­fügt über Spez­i­fika­tio­nen, die Daten beschreiben, die typ­is­cher­weise in Artikeln vorkom­men: Überschrift, Text, URL, Autor usw.

RSS Feeds

Hängt man mehrere Artikel in RSS for­matiert hin­tere­inan­der, bekommt man einen soge­nan­nten RSS–Feed. Diese Feeds gibt es mit­tler­weile auf sehr vie­len Inter­net­seiten. Dort kann man dann oft, wie bei Wikipedia beschrieben, die aktuellen Artikel als Anreißer lesen und dem Link zum voll­ständi­gen Artikel folgen.

Die RSS–Feeds sind entweder irgendwo auf der Seite selbst bewor­ben (so wie bei mir mit der Feedburner-​Anzeige der Abon­nen­ten) oder sie wer­den vom Browser direkt erkannt. Dann wird das RSS–Icon rechts neben der Internet-​Adresse in der Adressezeile des Browsers angezeigt. Klickt man dort, kann man diese Feed abonnieren.

RSS–Feeds abon­nieren

Es gibt es eine Vielzahl Pro­gramme, mit denen man RSS abon­nieren kann. Der Fire­fox und der Inter­net Explorer ab Ver­sion 7 fügen RSS–Feeds als soge­nan­nte „dynamis­che Leseze­ichen“ in die Liste der Leseze­ichen. Dort ist dann nicht nur die eine Seite ver­linkt, son­dern alle Artikel, die in dem RSS–Feed ste­hen.

Es gibt aber auch Pro­gramme, die dann schon gle­ich die Inhalte anzeigen oder direkt die Inter­net­seite mit dem Artikel. Der Thun­der­bird kann zum Beispiel auch RSS–Feeds ver­wal­ten. Bei Google auf der per­son­al­isierten Start­seite oder bei Google Reader kann man seine RSS–Feeds sam­meln. Es aber noch viel mehr Soft­ware für Win­dows, Linux, MacOS und auch Web­sites, die das Lesen von RSS–Feeds ermöglichen.

Warum?

Egal welche Soft­ware Du ver­wen­d­est: Sie ruft automa­tisch und regelmäßig den RSS–Feed auf und schaut nach, ob es neue Ein­träge gibt. Du wirst also automa­tisch darüber informiert, ob es etwas Neues auf der Seite gibt und brauchst nicht selbst ständig nach­schauen. So kann man mit wenig Aufwand einen Überblick über viele inter­es­sante Sites behalten.

Infor­ma­tion Overload

Allerd­ings muss man beim abon­nieren von Feeds auf­passen, dass man nicht von den Mel­dun­gen erschla­gen wird. Wer zum Beispiel den Heise-​Newsticker oder Spiegel-​Online abon­niert, wir fast minütlich neue Nachrichten bekom­men, von denen die wenig­sten tat­säch­lich rel­e­vant sind. Nicht jeder RSS–Feed ist also auch wirk­lich zum Lesen geeignet.

Ich selbst habe es mir beim Abon­nieren zur Regel gemacht, Feeds abzubestellen, die mehr als 3 Artikel pro Tag schicken. Und wenn bei denen die Quote der inter­es­san­ten Artikel zu ger­ing ist, fliegen die auch wieder raus. Es gibt aber oft zum Beispiel Blogs, die über große The­men­bere­iche zusam­men­fassende Artikel schreiben, so dass man mit einem Artikel einen guten Überblick über den aktuellen Stand eines The­mas bekommt.

Außer­dem öffne ich meinen Fee­dreader nur ein­mal mor­gens, öffne inter­es­sant klin­gende Artikel in einem neuen Tab im Browser und markiere die anderen als „gele­sen“. Dann überfliege ich die Artikel und lese die wirk­lich inter­es­san­ten genauer. Mit ner Tasse Kaf­fee in der Hand, ist das inzwis­chen zur mor­gendlichen Rou­tine geworden.

Beispiele

  1. Ich abon­niere gerne die Entwickler-​Blogs von Soft­ware, die ich zur Arbeit ein­setze um zu erfahren, was sich da tut und ob sich die Soft­ware in eine Rich­tung entwick­elt, die ich gut finde. Das sind allerd­ings sel­ten Artikel, die ich wirk­lich lese. Da reicht mir meist schon die Überschrift, um einen Ein­druck zu bekommen.
  2. Es gibt einige Fach­blogs zu Web 2.0, Enter­prise 2.0 und Usabil­ity, die die Diskus­sio­nen in anderen Blogs und auf Kon­feren­zen reflek­tieren. Da bekommt man auf rel­a­tiv wenig Platz einen guten Überblick.
  3. Dazu habe ich die Blogs von eini­gen Fre­un­den und Bekan­nten abon­niert, um zu wis­sen, mit was die sich ger­ade beschäfti­gen. Da Blog­ger zur Zeit noch eher zur „tech­nis­chen Speer­spitze“ gehören, schreiben die oft über The­men, die mich inter­essieren. Ob das Fahrrad in Reparatur ist oder ob der Ver­mi­eter spinnt, möchte ich dann doch lieber per­sön­lich erfahren.

Und noch?

RSS eignet sich aber nicht nur zum ein­fachen „bei der Stange hal­ten“ der Leser, son­dern spielt seine Vorteile dann aus, wenn es wirk­lich freizügig genutzt wird: Ich mag Feeds, die nicht nur den Anreißer zur Ver­fü­gung stellen, denn in meinem Fee­dreader kann ich die Schrift so ein­stellen, wie ich das am Besten lesen kann und es gibt kein Lay­out und keine weit­eren Fea­tures, die von den Inhal­ten ablenken.

Ich gehe dann nur auf die Ursprungssite, wenn ich kom­men­tieren will oder die Diskus­sion in den Kom­mentaren lesen will. Für Sites, die nicht von Wer­beein­nah­men lesen, sollte das eigentlich okay sein, spart es doch sogar Traffic.

RSS benutze ich auch, um meine Kurzein­träge bei identi​.ca (früher von Twit­ter) auf kaf​feeringe​.de einzu­binden: Für RSS gibt es näm­lich auch Skripte, die die Inhalte auf anderen Sites integrieren.

The­o­retisch ist es also möglich, die Artikel fremder Seiten auf der eige­nen einzubauen. Hier­bei soll­ten aber die jew­eili­gen Lizenzbe­din­gun­gen beachtet wer­den. Prinzip­iell unter­liegt alles dem Urhe­ber­recht und darf nur bei aus­drück­licher Erlaub­nis übernom­men wer­den. Ste­hen die Inhalte aber unter einer freien Lizenz, wie zum Beispiel Cre­ative Com­mons, ist die Wiederveröf­fentlichung danach möglich.

Es ist aber auch denkbar noch ganz andere Inhalte per RSS zu ver­bre­iten: Man schließe die Kaf­feemas­chine per Sen­sor an einen Com­puter, der dann den Feed aktu­al­isiert, wenn die Kanne leer ist. Diesen Feed zu abon­nieren und dann nachzuschauen, ist wesentlich unauf­dringlicher, als jedes­mal eine E-​Mail zu bekommen.

Aus­pro­bieren!

Ich kann nur dazu raten, ver­schiedene RSS–Reader auszupro­bieren und RSS all­ge­mein auszupro­bieren. Es gibt kaum eine effizien­tere Art, sich einen laufenden Überblick über ein Thema zu ver­schaf­fen als per RSS

Kommentare



  • RSS leser

     
    gravatar
    Maestro

    22. Jul 2008

    Ich benutze den deutschen Service

    www​.elch24​.de

    um meine Feeds zu lesen…

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