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CAPTCHAs und was sie nicht können

 

Donnerstag, 20. März 2008

In der aktuellen iX ist ein inter­es­san­ter Artikel über „Gestaffelte Abwehr — Das Ende der Bild-​Captchas“. Darin beschreibt der ange­hende Wirtschaftsin­for­matiker Jörn Wag­ner die Funk­tion­sweise von CAPTCHAs und wie derzeit mit deren Schwächen umge­gan­gen wird.

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Spam-​Bot sind auf Inter­net­seiten zu einem ärger­lichen Prob­lem gewor­den: Automa­tisch füllen sie jedes erre­ich­bares For­mu­lar aus und senden es auf gut Glück ab, damit in Kom­mentaren, Kontakt-​Mails und Foren ihre Medika­menten– oder Porno-​Werbung erscheint. Um diesem Bots von Men­schen zu unter­schei­den gibt es zum Beispiel CAPTCHAs: Das sind diese verz­er­rten Bild­chen, auf denen man Buch­staben und Zahlen erken­nen muss.

Im Jahr 1950 for­mulierte Alan Tur­ing welchen Ansprüchen ein Test genü­gen müsste, um automa­tisiert zwis­chen Men­sch und Mas­chine unter­schei­den zu können:

1. Heutige Com­puter kön­nen den Test nicht lösen.
2. Men­schen kön­nen ihn (meis­tens) lösen.
3. Es lassen sich neue Frage-​Antwort-​Kombinationen gener­ieren.
4. Men­schen sollen den Test in möglichst kurzer Zeit lösen.

Da die Test immer noch lös­bar für Men­schen sein sollen, kann man die Test nicht immer schw­erer machen. Mod­erne Schrifterkennungs-​Programme kön­nen CAPTCHAs oft recht ein­fach lösen. Macht man die Tests schw­erer, steigt die Frus­tra­tion bei den Benutzern.

So denken sich die Pro­gram­mierer von der Spam-​Abwehr immer neue Tricks aus, die den Men­schen nicht betr­e­f­fen, die Bot-​Programmierer aber immer vor neue Her­aus­forderun­gen stellt: Es wer­den z.B. Formular-​Felder vor dem Men­schen ver­steckt. Der Bot sieht sie aber und füllt ein­fach alles aus, was er findet. Ist das Feld aus­ge­füllt, weiß das Anti-​Spam-​Programm, dass es ein Bot gewe­sen sein muss.

Außer­dem kann man messen, wie schnell das For­mu­lar aus­ge­füllt und abge­sendet wurde — Bots sind natür­lich viel schneller als Men­schen — und man kann überprüfen wie schnell und wie viele For­mu­lare von dem gle­ichen „Besucher“ abgeschickt wer­den. Bots füllen meist schnell mehrere For­mu­lare nacheinan­der aus.

All diese Hür­den sind aber nur Hür­den, solange die Bots nicht sekun­den­lang warten, Browser vortäuschen, JavaScript kön­nen oder CSS–Eigen­schaften überprüfen kön­nen. Natür­lich ist es von Vorteil bei der Spam-​Abwehr, wenn es möglichst viele ver­schiedene Ansätze gibt, an die sich die Bot-​Programmierer anpassen müssen. Es stellt aber auch die Inter­net­be­nutzer vor Prob­leme, wenn sie auf jeder Site neu ler­nen müssen, wie man die For­mu­lare kor­rekt abschickt.

Eine Lösung bietet Jörn in seinem Artikel auch nicht. Er stellt aber ein­mal die Prob­leme sehr deut­lich zusam­men und einige der aktuellen Ansätzen.

Hier auf kaf​feeringe​.de fahre ich ganz gut mit einer Kom­bi­na­tion von Akismet und Bad­Be­hav­iour. Dass die Kom­mentare mod­eriert sind hat damit nichts zu tun. Meine Postnuke-​Installation ist nach Jahre des „alles mal aus­pro­bierens“ inzwis­chen ein wenig ver­murkst und ich kann die Mod­er­a­tion nicht mehr auss­chal­ten :-D

Links:
Gestaffelte Abwehr — Das Ende der Bild-​Captchas

Kommentare



  • Die FUSSP gibt es auch nicht

     
    gravatar
    Jörn Wagner

    20. Mär 2008

    FUSSP = Final and Ulti­mate Solu­tion to the Spam Problem

    Eine Lösung kann ich deswe­gen nicht vorstellen, weil es (noch?) keine abschließende Lösung gibt, die alle Bedin­gun­gen eines ide­alen Captchas erfüllt.
    Der Benutzer sollte auch nicht ler­nen müssen, wie er ein For­mu­lar abzuschicken hat, im Ide­al­fall sind alle Tests trans­par­ent.
    Das Ziel des Beitrags ist aber vor allem, den Bedi­enkom­fort zu erhöhen, der lei­der zur Zeit von einer regel­rechten Inva­sion der Bild-​Captchas beein­trächtigt wird.

    Viele Grüße
    Jörn Wagner

    P.S.: Danke für das Feature! ;)

    ornament

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