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Vier Minu­ten

 
Vier Minuten

Donnerstag, 08. Februar 2007

„Vier Minuten“ — Monica Bleib­treu und Han­nah Herz­sprung in einem Film über den Umgang Talen­ten und Gefüh­len: Die fast 90 jäh­rige Frau Kös­ter (Monica Bleib­treu) gibt schon seit mehr als 60 Jah­ren Kla­vier­un­ter­richt in einem Gefäng­nis, das zu Anfang noch von den Nazis betrie­ben wurde. Jenny (Han­nah Herz­sprung) ist 20 und sitzt wegen Mor­des — und sie kann groß­ar­tig Kla­vier spie­len. Warum beide Frauen da sind, wo sie sind und was die Musik damit zu tun hat, erfährt man nicht in 4 son­dern in 125 Minuten.

Unter­schied­li­cher könn­ten die zwei Frauen nicht sein: Die strenge, alte Kla­vier­leh­re­rin und die junge, auf­brau­sende Inhaf­tierte. Auch wenn die Kon­stel­la­tion zunächst so aus­sieht: Es geht nicht darum, Jenny zu zäh­men und bei einem reno­mier­ten Vor­spie­len groß rauszubringen.

Natür­lich gibt es die übli­chen Erfolge und Rück­schläge und dann ver­kra­chen die zwei sich auch noch ein­mal rich­tig. Aber die The­ma­tik geht tie­fer. In Rück­blen­den erfährt der Zuschauer Dinge aus der Ver­gan­gen­heit der Kla­vier­leh­re­rin, die über­ra­schen. Über Jenny Vor­ge­schichte erfährt man dage­gen nur aus zwei­ter Hand und man weiß nie was stimmt und was nicht.

Die bei­den Frauen ver­eint die Liebe zur Musik — aber es ist offen­bar nicht die glei­che Art Musik. Und so ist das Ver­hält­nis labil und span­nend. Groß­ar­tig kom­men die bei­den Haupt­dar­stel­le­rin­nen ohne männ­li­ches Pen­dant aus. Selbst Ayse (Jas­min Tabata­bai mal wie­der in einem Knast­film) ist als Jen­nys „Gegen­spie­le­rin“ kraft­los und über­flüs­sig.

Ich mag Filme, die von Musik han­deln. Und ich war lange nicht mehr so gefes­selt von einem Film.

Deutsch­land 2006

Regie: Chris Kraus
Dar­stel­ler: Monica Bleib­treu, Han­nah Herz­sprung, Richy Mül­ler, Jas­min Tabata­bai, Nadja Uhl

Länge: 112 Minu­ten
Alters­frei­gabe: ab 12 J.

Kommentare

  • gravatar
    Delphine

    12. Feb 2007

    mir hats auch sehr gefal­len. obwohl ich die musi­ka­li­sche ein­lage zum schluss nicht gaanz über­zeu­gend fand. eini­ges habe ich im film nicht ganz zusam­men gepuz­zelt bekom­men. da musste ich erst mal kri­ti­ken lesen hin­ter­her um zu ver­ste­hen was da frü­her vor­ge­fal­len war (viele kurze rück­blen­den). zu viele geschich­ten wer­den rein­ge­puz­zelt, das hätte auch so gereicht.

    wahn­sinn, dass die schau­spie­le­rin gar kein kla­vier spie­len konnte bis zum film?!

    ornament

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