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Was kommt nach HTML 4.01 und xHTML 1.1?

 

Dienstag, 30. Januar 2007

Das W3C ist lang­sam gewor­den: Hink­ten frü­her immer eher die Brow­ser und die Webent­wick­ler hin­ter den Spe­zi­fi­ka­tio­nen des Kon­sor­ti­ums her, sieht es jetzt eher so aus, als war­te­ten alle auf den nächs­ten gro­ßen Wurf. Aber so rich­tig in Aus­sicht ist das nichts. Die letzte Ver­öf­fent­li­chung des W3C war der „Last Call“ zur WCAG 2.0 und der hat kaum jeman­den begeis­tert. Inzwi­schen fin­den sich die ers­ten Abtrün­ni­gen zusam­men in der „Web Hyper­text App­li­ca­tion Tech­no­logy Working Group“ (WHATWG), um zügi­ger arbei­ten zu können.

Wie schon im Artikel Internet-​Design der Zukunft geschrie­ben, gehe ich davon aus, dass sich Inter­net­sei­ten zum Teil immer mehr zu rich­ti­gen Appli­ka­tio­nen wer­den. Hier stößt aller­dings die gän­gige HTML–Tech­nik an ihre Gren­zen. HTML war dafür gedacht, Text­do­ku­ment hier­ar­chisch zu glie­dern. Und im Prin­zip sind auch heute noch alle HTML–Ele­mente für die­sen Zweck gedacht.

Eine Bilder-​Galerie lässt sich aber nur unter ziem­li­cher Über­deh­nung des Dokumenten-​Begriffs kor­rekt in HTML umset­zen. Kom­plexe Bedie­ner­ober­flä­chen für Online-​Applikationen las­sen sich natür­lich auch mit dem vor­han­de­nen HTML erstel­len. Aber es ist über­mä­ßig kom­pli­ziert und dadurch, dass jeder seine eige­nen Lösun­gen strickt, lei­det die Bedien­bar­keit. Ben­zeich­nend ist in die­sem Bereicht zum Bei­spiel das sprie­ßen von ver­schie­de­nen JavaScript-​Bibliotheken zur Gestal­tung von inter­ak­ti­ven Front­ends.

Warum also küm­mert sich das W3C also nicht um die Spe­zi­fi­zie­rung neuer Bedien­ele­mente wie Schie­be­reg­lern, Sor­tier­funk­tio­nen oder ver­nünf­tige Ein­ga­be­me­tho­den für Daten und Uhr­zei­ten? Die WHATWG tut es und schlägt Web App­li­ca­ti­ons 1.0 vor.

Diese Spe­zi­fi­ka­tion zielt dar­auf ab, dass zen­trale Funk­tio­nen direkt vom Brow­ser aus­ge­führt wer­den. Dadurch wird das Look&Feel von Web Appli­ka­tio­nen ein­heit­li­cher und weni­ger pro­ble­m­an­fäl­lig.

Span­nend wird, wie das W3C auf die Initia­ti­ven der WHATWG rea­giert, und wie die Brows­er­her­stel­ler mit 2 Spe­zi­fi­ka­ti­ons­gre­mien umge­hen. Ob es die Sache ein­fa­cher macht, dass Teile der WHATWG auch Mit­glied im W3C sind, wird sich eben­falls zei­gen.

Es ist jedoch wich­tig, dass sich in die­sem Bereich bald etwas tut — sonst erfin­den sich wie­der die Brows­er­her­stel­ler selbst Lösun­gen. So wie damals, als Net­scape das FONT-​Tag ein­führte. Es hat jetzt fast 10 Jahre gedau­ert, das Tag wie­der los­zu­wer­den. Und das Risiko steigt: Mit den Micro­for­mats bas­telt ja noch eine wei­tere Com­mu­nity an eige­nen Spe­zi­fi­ka­tio­nen.

Links:
WHATWG
Web App­li­ca­ti­ons 1.0
HTML 4.5 Anyone?

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