Montag, 27. März 2006
Was also steckt hinter diesem „Medientrend“ — Eigentlich handelt es sich um eine Verbindung einiger Technologien, die es bisher noch nicht zu solcher Prominenz gebracht haben:
Internetradio — nachdem sich die Radiosender in Deutschland immer mehr angleichen und sie sich fast nur noch anhand der Staumeldungen regional einordnen lassen, entstanden im Internet eine Vielzahl Sender, die spezielle Interessen (Metal, Techno, Gospel…) bedienen — und das weltweit.
Weblogs — (kurz: „Blogs“) Blogs sind mehr als Tagebücher, die öffentlich im Internet geführt werden. Oft behandeln Blogs spezielle Themen, wie
Medien,
Rechtsprechung usw.
RSS (Really Simple Syndication) —
RSS ermöglicht es, sich mit einem geeigneten Programm über Neuigkeiten auf einer Internetseite automatisch benachrichtigen zu lassen.
Mit einem
PodCast kann jeder Mensch mit einem Computer, einem Internetzugang und einem Mikrofon eigene Radiosendungen ins Internet stellen. Es stellt aber zum Beispiel auch
NDR Info verschiedene Spezialsendungen als
PodCast bereit.
„Empfangen“ kann man diese Sendungen zum Beispiel mit
iTunes. Dort kann man über das PodCast-Verzeichnis des iTunes-Stores PodCasts zu verschiedenen Themen suchen und abonnieren. Das Abonnement ist kostenlos und bedeutet nur, dass man beim Start von iTunes über neue Sendungen informiert wird.
Die Sendungen liegen normalerweise im
MP3–Format vor und müssen heruntergeladen werden — also ein weiterer Rückschlag für Modem-Enthusiasten.
Bisher scheint sich vor allem das übliche Nerd-Publikum für Podcasts zu interessieren — das zumindest fand eine
PostCast-Umfrage heraus: „Der Podcast-Hörer deutschsprachiger Podcasts ist männlich (89%), er ist zu 49% Single, kommt aus Deutschland (82%), hat einen Hochschulabschluss (56%)
o.ä. , ist berufstätig (64%) oder in Ausbildung (33%), hat 8 Podcasts abonniert und hört 3,61 Stunden /Woche Podcasts.“
In der Hoffnung dieses interessante Medium auch der breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen, werde ich in Zukunft auf interessante PodCasts hinweisen. So lässt sich das Radioprogramm der Zukunft selbst gestalten: Erst ein
NDR–Special über die Wahlen in Weißrussland, dann das neue Album von den Strokes und zwischendurch erzählen zwei Münchener über die Welt, wie sie sie erleben — und keine dauer-lustigen Dumpfbacken-Moderatoren mehr.
Links:
RSS, wikipedia.de
Blog, wikipedia.de
Internetradio, wikipedia.de
PodCast, wikipedia.de
PostCast-Umfrage
Diplomarbeit zum Thema PodCast