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Siri Hustvedt — „Was ich Liebte“

 
Siri Hustvedt - „Was ich Liebte“

Montag, 31. Oktober 2005

„Erstens kommt es anders und zweit­ens als man denkt.“ — Ein schreck­licher Spruch, der nor­maler­weise von Leuten benutzt wird, die auch „zum Bleis­tift“ oder „Zement mal!“ sagen. Aber in Siri Hustvedts Roman „Was ich Liebte“ zieht sich dieser Gedanke durch die kom­plette Geschichte. Das fängt schon damit an, dass sie aus der Per­spek­tive eines männlichen Pro­thag­o­nis­ten (Leo Hertzberg) schreibt. — Und da hatte ich mich doch ger­ade gefreut, endlich mal ein Buch von einer Frau zu lesen…

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Leo Hertzberg lebt in einem Loft in New York — mit ihm seine Frau und sein Sohn. Im Loft darüber wohnt ein befre­un­detes Kün­stler­pärchen mir ihrem gle­ichal­tri­gen Sohn. Alles kön­nte so schön sein, stürbe nicht eines Tages Leos Sohn. Von hier an geht nichts mehr so, wie es geplant war — Leos Ehe lei­det unter dem Ver­lust und der halb­wüch­sige Fil­ius der Nach­barn spielt ein falsches Spiel nach dem anderen.

Er taucht in die junge New Yorker Kün­stler­szene ein, die in Per­son des Kün­stlers Giles selbst ger­ade das Spiel mit den Iden­titäten übt.

Was als nette Fam­i­liengeschichte begann, wird zum Ende zu einem span­nen­den Mord­fall — oder hat es selbst den Mord gar nicht gegeben?

Siri Hustvedt spielt grandios mit den Erwartun­gen des Lesers und überrascht immer wieder. Gle­ichzeitig pflegt sie einen unaufgeregten Erzählstil, der zu Ihrer Haupt­figur passt. Beein­druck­end sind vor allem die aus­führlichen Beschrei­bun­gen, der ver­schiede­nen Kunst­werke und Bücher, die im Laufe der Zeit entste­hen. Und als es um ein Buch über psy­chis­che Krankheiten geht, wird der Roman fast didak­tisch.

Alles in allem ist „Was ich Liebte“ ein klasse Roman, den man mal gele­sen haben sollte.

Links:
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