kaffeeringe.de - Internet und Kreativität

startseite | archiv | bilder | abonnieren

Steffen Voß bei Google in Mountain View

WirtschaftWarum ist Google eigentlich so geil?

Freitag, 30. Oktober 2009

Dass Men­schen die Inter­ne­trecherche inter­na­tional inzwis­chen „googeln“ nen­nen, lässt unge­fähr erken­nen, welchen Stel­len­wert Google in diesem Bere­ich des Inter­nets hat. Seit Jahren aber beschränkt sich Google immer weniger auf das Kerngeschäft der Web­suche und weit­ete die Aktiv­ität auf alle möglichen anderen Bere­iche aus. Und immer wieder gelingt es Google wirk­lich starke Ange­bote zu machen – und fast immer kostenlos.

ornament

Ger­ade noch ist Google dabei mit Wave die Inter­netkom­mu­nika­tion zu rev­o­lu­tion­ieren, da startet es ein Nav­i­ga­tion­ssys­tem basierend auf Google Maps und der Google Mobil­tele­fon­ba­sis Android. Open­Ge­o­Data stellte daraufhin die Frage: „Kann da noch ein Wet­tbe­wer­ber mithal­ten?“ „Kann keiner,“ sagt der Markt und die Aktien von Tom­Tom fallen seither.

Schon Google Maps war eine dis­rup­tive Tech­nolo­gie: Bis dahin war die Karten­nutzung eher sta­tisch und ein Rand­phänomen. Die Freigabe der Google Maps API ermöglichte es plöt­zlich jed­er­mann, eigene Webange­bote mit pro­fes­sionelle Karten zu unterstützen.

Auch Google Streetview war ein faszinieren­des, wie ambi­tion­iertes Pro­jekt, das die zwei­di­men­sion­alen Karten und Satel­liten­bilder um die dritte Dimen­sion erweit­erte und die Straßen tat­säch­liche erfahrbar machte.

Android wurde von Google entwick­elt, um den Markt der Mobil­tele­fone für die eige­nen Vorstel­lun­gen von mobiler Inter­net­nutzung zu öffnen. Bis dahin bes­timmte vor allem Nokia den Markt und set­zte den Stan­dard dafür, was mobil geht und was nicht geht. Mit Apple hatte dann eben­falls ein Branchen­fremder ver­sucht das neu zu definieren.

Dazu kamen Exper­i­mente im Voice-​Bereich. Und nun wur­den diese Dien­ste mit der riesi­gen Web­daten­bank verknüpft zu einem Nav­i­ga­tions­di­enst, der direkt auf dem Mobil­tele­fon läuft.

Dazu startet jetzt die Google Musik­suche – fast eher im klas­sis­chen Feld der Web­suche. Mit Google Voice aber drängt Google noch weiter ins Tele­fongeschäft. und bietet unter anderem einen Anruf­beant­worter, der nicht nur vom Tele­fon, son­dern auch via Inter­net abruf­bar ist.

Google = Web2.5?

Ich habe in den let­zten Tagen all diese News wahrgenom­men und überlegt, ob ich zu dem Einen oder Anderen etwas schreibe – darüber, wie viel ver­sprechend das aussieht und wie nett zum Beispiel Google Maps Nav­i­ga­tion zu funk­tion­ieren scheint. Aber spätestens als ich Google Voice sah, habe ich mich gefragt: Was macht eigentlich der Rest der tech­nis­chen Welt? Warum ist bisher noch kein Tele­fo­nan­bi­eter auf die Idee gekom­men, die Mail­box nicht nur per Tele­fon bedi­en­bar zu machen?

Apple genügt sich selbst als Design­firma, Microsoft ringt mit Linux und Apple auf dem toten Feld der Betrieb­ssys­teme – alle anderen größeren Player haben sich auf ihre Nis­chen zurück­ge­zo­gen und aus Deutsch­land kom­men schon seit Jahren keine inno­v­a­tiven Pro­dukte mehr.

Da kann sich doch keiner ern­sthaft darüber bekla­gen, dass Google überall die Datenkrak­e­n­arme hine­in­steckt und die Men­schen sich gerne davon umar­men lassen:

es ist immer wieder erschreck­end zu sehen, wie einen die eigene bequem­lichkeit (und deren gute tech­nik) einen in die arme von google treibt“ – igorette auf identi​.ca

Gen­er­a­tion Upload oder Gen­er­a­tion Google

Während man in Deutsch­land noch ver­sucht, sich mit Web2.0 an zu fre­un­den, startet Google ins Web2.5. Beispiel: Voda­fone will die „Gen­er­a­tion Upload“ ansprechen und ver­steht darunter aber auch nur eine neue Marken-​Kampagne.

Google ist das wahre Unternehmen für die „Gen­er­a­tion Upload“ – und es wird immer schwieriger, einen Bogen um Google zu machen, wenn man es wollte.

Google wird kein Verlag

Über Googles Buch­pro­jekt laufen jetzt die Ver­lage sturm: Google scannt schon seit Jahren Bücher – haupt­säch­lich solche, die nicht mehr reg­ulär zu bestellen sind. Die Inhalte wer­den dann ganz oder zumin­d­est durch­such­bar zur Ver­fü­gung gestellt.

Natür­lich kann und muss man darüber stre­iten, ob das so geht und wie die Schrift­steller daran beteiligt wer­den soll­ten. Aber ganz ehrlich: Ich habe mir schon vor 15 Jahren gewün­scht, dass ich zum Beispiel online nach einer Stelle in einem Buch suchen kann, und mir zumin­d­est die Seiten­zahl angezeigt wird. Die Ver­lage haben sich ein­fach überhaupt keine Gedanken darüber gemacht, wie man sin­nvoll Bücher ins Netz brin­gen kann, und wie man die Vorteile des klas­sis­chen Buchs mit denen der dig­i­talen Welt verbinden kann. Jetzt ist halt ein Außen­ste­hen­der schneller und die Ver­lag müssen reagieren.

Kun­de­nori­en­tierte Innovation

Google ist meiner Mei­n­ung nach so erfol­gre­ich, weil sie sich nicht um Altherge­brachtes küm­mern und stattdessen immer nach der besten Lösung für ihre Kun­den suchen und erst dann nach einer Art damit Geld zu ver­di­enen. Natür­lich macht die inzwis­chen riesige Finanzkraft es leichter in neue Märkte zu drän­gen, aber schlechten Pro­duk­ten wäre das nie erfolgreich.

Kommentare



Einen Kommentar hinzufügen





 

Werbefreies Blog

Steffen Voß | Steinstraße 5 | 24118 Kiel
Tel.: +49 431 88 88 683
E-Mail: kontakt@kaffeeringe.de
Skype: steffenvoss
Jabber: kaffeeringe@jabber.ccc.de
ICQ: 447639251