kaffeeringe.de - Internet und Kreativität

startseite | archiv | bilder | abonnieren

Quellenangabe: photocase.com © JOEXX

HTML 5Mehr als nur ein paar neue Tags

Dienstag, 10. November 2009

In diesem Jahr feiern wir am 24. Dezem­ber nicht nur Wei­h­nachten, son­dern auch 10 Jahre HTML 4.01 – so lange ist es schon her, seit das W3C zuletzt eine HTML Spez­i­fika­tion beschlossen hat. Mit­tler­weile aber kommt wieder Bewe­gung in die HTML Entwick­lung. Zeit, sich HTML 5 näher anzuschauen.

ornament

Das W3C hatte eigentlich beschlossen das von SGML kom­mende HTML durch das XML–basierte XHTML abzulösen. XHTML 1.0 war quasi HTML 4.01 bloß in XML abge­bildet. In dieser Rich­tung wurde vom W3C nun weiter gearbeitet.

Den Mitar­beit­ern einiger Browser­her­steller ging das zum Einen zu langsam und zum Anderen entsprach nach ihrem dafürhal­ten der geplante Dokumenten-​basierte Ansatz von XHTML2.0 nicht der Real­ität im Web. Dort sahen sie immer mehr Webap­p­lika­tio­nen und immer weniger „Seiten“. Außer­dem soll­ten Stan­dard­plu­g­ins wie Flash überflüs­sig gemacht wer­den. Mit diesen Ansprüchen startete die WHATWG 2004 das Pro­jekt HTML 5.

Was bringt HTML 5 Neues?

Ja, HTML 5 bringt einige neue Tags. Die Webkrauts haben sich damit schon damit auseinan­derge­setzt. Der leicht „seman­tis­chere“ Auf­bau von Web­seiten ist aber eigentlich der lang­weilig­ste Teil von HTML5.

Canvas/​SVG

HTML5 bringt endlich ein­heitliche Lösung für Vek­tor­grafiken im Netz. Vek­tor­grafiken, die dann auch noch per JavaScript manip­ulier­bar sind. Yeah! Nie wieder Flash. Hier mal zwei Beispiele für eine Seite, die kom­plett aus HTML5 Vek­tor­grafiken besteht:

  • EMacs for Mac OS X – Designer wer­den sich freuen: Endlich sehen Web­seiten überall gle­ich aus.
  • Ein wenig inter­ak­tiver: World­wide Fire­fox Down­loads – Eine Vek­torkarte, auf der live die aktuellen Down­loads lokalisiert werden. 

Video

Während es noch vor eini­gen Jahren ein Ding der Unmöglichkeit war, Videos im Inter­net so zu veröf­fentlichen, dass sie so halb­wegs jeder so halb­wegs gut gucken kon­nte, ist es jetzt dank Flash-​Video sehr nor­mal. Wie kon­stru­iert das aber immer noch ist, sieht man, wenn man sich mal den nöti­gen Quell­text für so eine Youtube-​Video-​Einbindung anschaut. HTML5 soll hier abhilfe schaf­fen, indem es die nötige Video-​Funktionalität ein­fach dem Browser abver­langt. Beispiel: Youtube in HTML5

Geolo­ca­tion

Das Inter­net wird spätestens seit dem Siegeszug des iPhones immer mobiler. Wenn der Benutzer nicht mehr nur vom heimis­chen PC sur­fen kann, wird es rel­e­vant wo er sich ger­ade befindet. HTML5 definiert auch eine Schnittstelle, mit der Weban­wen­dun­gen vom Browser erfra­gen kön­nen, wo sich der Besucher ger­ade befindet. Spätestens jetzt wird klar, dass HTML5 mehr als nur ein paar neue Tags ist.

Lokale Daten­bank

Browser müssen in Zukunft auch eine Daten­bank enthal­ten. In dieser kön­nen Benutzer­in­ter­ak­tio­nen zwis­chenge­spe­ichert wer­den. Das ist zum Beispiel dann inter­es­sant, wenn man eine Web-​Applikation auf einer Bah­n­reise benutzen will. Bei klas­sis­chen Überland­fahrten bricht immer wieder die UMTS–Verbindung zusam­men. Zukün­ftige App­lika­tio­nen kön­nen so pro­gram­miert wer­den, dass sie die Benutzereingaben zwis­chen­spe­ich­ern und bei erneuter Verbindung synchronisieren.

Web Work­ers

Im Browser wer­den inzwis­chen immer weniger reine HTML–Seiten angezeigt. Immer mehr Inter­ak­tion (Stich­wort „Web2.0“) wird haupt­säch­lich durch JavaScript möglich. Mit „Web Work­ers“ kön­nen aufwendige Berech­nun­gen von der Darstel­lung des Inhaltes abgekop­pelt im Hin­ter­grund berech­net wer­den. So lassen sich noch schnellere App­lika­tio­nen in JavaScript implementieren.

Fazit

Wenn ich betra­chte, wie weit das Inter­net schon mit dem ollen HTML 4.01 gekom­men ist, kann ich mich nur auf das freuen, was HTML5 alles brin­gen wird. Allerd­ings erin­nere ich mich noch an meine ersten Schritte in HTML 1994/​1995 – und ich denke, dass die Tat­sache, dass man damals HTML bin­nen einiger Stun­den ziem­lich gut ver­ste­hen kon­nte, das Inter­net groß gemacht hat. Davon entwick­elt sich das Netz immer weiter weg und die Anwen­dun­gen wer­den immer kom­plexer. Aber gle­ichzeitig bietet natür­lich das Web2.0 an sich schon so viele Möglichkeiten teilzunehmen, die fast keine tech­nis­che Ahnung mehr verlangen.

Links

Foto: pho­to­case.com © JOEXX

Kommentare



Einen Kommentar hinzufügen





 

Werbefreies Blog

Steffen Voß | Steinstraße 5 | 24118 Kiel
Tel.: +49 431 88 88 683
E-Mail: kontakt@kaffeeringe.de
Skype: steffenvoss
Jabber: kaffeeringe@jabber.ccc.de
ICQ: 447639251