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photocase.com - ron flehmer

VideostreamingLivestream mit Justin.tv

Montag, 08. Februar 2010

Kam­era, Lap­top, Inter­net — mehr benötigt man nicht zum Auf­bau eines Livestreams. Einen Stream­ingserver, wie noch vor eini­gen Jahren, muss man für gele­gentliche Streams gar nicht mehr selbst betreiben: Ver­schiedene Anbi­eter haben sich darauf spezial­isiert, der­ar­tige Dien­ste kosten­los anzu­bi­eten — so steht im Han­dum­drehen der Stream.

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Für meinen ersten Livestream habe ich mir justin​.tv aus­ge­sucht — es war ein­fach der erste Stream­ing Anbi­eter, über den ich gestolpert bin und das Stream­ing hat recht schnell und unkom­pliziert funk­tion­iert. Dazu ist es möglich den Stream, wie bei Youtube-​Videos, in die eigene Seite einzubauen.

Justin​.tv übern­immt das, was früher richtig viel Geld gekostet hat: Einen Server anzu­bi­eten, auf den die Zuschauer zugreifen, um den Videostream abzu­rufen. Mit einer ein­fachen Leitung schickt man das Bild an Justin​.tv und von dort aus, wie es verteilt.

An Justin​.tv senden

Justin​.tv bietet einen eige­nen Flash-​Client, der Web­cams und Mikro­fone erken­nen kann — nor­male DV-​Kamera soll­ten auch per USB erkannt wer­den. Der Flash-​Client bietet allerd­ings rel­a­tiv wenig Ein­stel­lungsmöglichkeiten — als Alter­na­tive bietet Justin​.tv es an, dass man den Flash Media Live Encoder 3 (FME3) benutzt. Der FME3 ist eben­falls kosten­los, lässt aber ver­schiedene Ein­stel­lun­gen zu, die für meinen Stream wichtig waren:

  1. Die Übertra­gungsrate und das Codec lässt sich gezielt einstellen.
  2. Der Sound lässt sich konfigurieren.

Außer­dem ist der Stream dann unab­hängig vom Browser und seinen Launen.

Justin​.tv bietet eine kurze Anleitung für das Zusam­men­spiel mit dem FME3 an, die auch eine Kon­fig­u­ra­tions­datei umfasst. Diese Datei wird als Pro­fil im FME3 geladen — Die Zugangs­daten für den Streaming-​Server sind dann vorkon­fig­uri­ert — man muss ich nur noch um den „Ein­gang“ küm­mern — also die Qual­ität des Video– und des Tonsignal.

Kam­era anschließen

Eine nor­maler, kleiner HD–Cam­corder ließ sich recht leicht per USB anschließen und strea­men: Der FME3 erkennt den Cam­corder als Gerät und wenn man ihn auswählt kann man den Stream starten. Lei­der war der Cam­corder nicht tauglich, eine Ver­anstal­tung in einer großen Halle zu strea­men. Dafür habe ich dann eine andere Kam­era (Sony PMW-​EX1) benutzt, die über eine wesentlich bessere Optik ver­fügt und vor allem gut zoom­bar ist.

Die Sony-​Kamera bietet allerd­ings weder über USB noch über Firewire ein dig­i­tales Sig­nal und einen SDI-​Eingang hatte ich nicht am Streaming-​Laptop. Als Brücke habe ich das analoge AV-​Signal genom­men und durch eine Pin­na­cle MovieBox geschmis­sen. Die wiederum ver­fügt tat­säch­lich über eine Firefire-​Schnittstelle und wird vom FME3 als Kam­era erkennt.

Kon­fig­u­ra­tion

Damit die PMW-​EX1 auf dem analo­gen Aus­gang ein Bild liefert, muss das im Menü eingeschal­tet wer­den: Im Videomenü muss YPbPr/​SDI Out Select auf SD geschal­tet wer­den und damit die Kamera-​Menüs nicht mit übertra­gen wer­den, kann dann YPbPr/​SDI Out Dis­play aus­geschal­tet werden.

Da die PMW-​EX1 über XLR-​Anschlüsse ver­fügt, kon­nte ich auf dem Chan­nel 1 (links) direkt den Saal­ton abnehmen und den FME3 auf Mono-​Streaming schal­ten. 96kbps sind dur­chaus aus­re­ichend für Übertra­gun­gen von Gesprächen.

Mit der vorhan­de­nen DSL–Leis­tung war es möglich für den Videostream 800kbps einzustellen zusam­men mit den 96kbps für den Ton waren das knapp 900kbps für den Stream. Dazu emp­fiehlt Justin​.tv „Dein­ter­lace“ einzuschal­ten. Das zusam­men ergibt eine ziem­lich gute Übertragung.

Bei einer UMTS–Übertra­gung und einer guten Verbindung, läuft es noch mit 300kbps für das Bild recht gut. Bei schlechteren Verbindun­gen hakelt es dann doch ab und zu.

Weit­er­hören

In Chaos­ra­dio Express 137 beschäfti­gen sich Tim Prit­love und Nico­lai Lon­golius 2 Stun­den lang mit den ver­schiede­nen Aspek­ten des AV Stream­ing. Wer einen groben Überblick über das Thema bekom­men möchte, kann sich dort gut einhören.

Links

Foto: pho​to​case​.com | ron flehmer

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