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Steve Jobs

Facetten der FreiheitHeute: Freiheit von Pornografie

Sonntag, 16. Mai 2010

In leicht angetrunk­ener Laune hatte sich Gawker-​Blogger Ryan Tate daran gemacht, sich per Mail bei Steve Jobs zu beschw­eren: Im aktuellen iPad-​Werbespot beze­ich­net Apple selbst das Gerät als „Revolution“ — Revolutionen hätte aber immer mit Frei­heit zu tun, beklagte sich Tate und fand sich prompt in einer Diskus­sion über Frei­heit mit His Job­ness per­sön­lich wieder.

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Steve Jobs erk­lärt in seiner Mail, dass sein Ange­bot eben­falls Frei­heit ist:

Yep, free­dom from pro­grams that steal your pri­vate data. Free­dom from pro­grams that trash your bat­tery. Free­dom from porn. Yep, free­dom. The times are a changin‘, and some tra­di­tional PC folks feel like their world is slip­ping away. It is.“

Auch wenn sicher­lich die „Frei­heit von Pornografie“ ein inter­es­san­ter Spruch ist und ger­ade in der amerikanis­chen Kul­tur noch wesentlich kon­tro­ver­serer ist, finde ich eher die fol­gende Aus­sage beze­ich­nend: Steve Jobs ist der Mei­n­ung, dass die Zeit des klas­sis­chen Com­put­ers vor­bei ist.

Das würde bedeuten, dass Com­puter in Zukunft nicht mehr die Allzweck­geräte sein sollen, die sie heute sind. Statt dem Benutzer die Frei­heit zu lassen, mit dem Gerät zu machen was er will, wer­den zukün­ftig Fir­men entschei­den, was ein Com­puter kann und was nicht, welche Inhalte angezeigt wer­den und welche nicht. Das ist dann die Frei­heit von zu vie­len ver­wirren­den Optio­nen. Die Frei­heit von der Gefahr, Fehler zu machen auf dem Weg, selbst her­auszufinden, was für einen per­sön­lich richtig ist.

Ich kann ver­ste­hen, dass es nicht leicht ist, sich mit Com­put­ern zurecht zu finden, wenn man sich damit nicht ständig beschäftigt. Auch ich fluche oft genug über dies und das und wün­schte, dass etwas ein­fach nur funk­tion­ieren möge. Der Com­puter ist aber nicht mehr nur ein Werkzeug wie viele andere. Der Com­puter ist kein Ham­mer, wie Guido West­er­welle irgend­wann mal behauptete. Der Com­puter wird immer mehr zu dem Zugang zu Kom­mu­nika­tion und Infor­ma­tion. Da darf man seine Frei­heit nicht im Apple-​Store abgeben, nur weil es ein­facher ist.

Einer der Kom­mentare unter Tates Artikel zitiert L. Ron Hub­bard, den Grün­der von Scientology:

If you really want to enslave peo­ple, tell them that you’re going to give them total freedom.“ — L. Ron Hub­bard 

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Foto: acaben Lizenz: Cre­ative Com­mons by-sa/2.0

Kommentare



  •  
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    Sven Thomsen

    16. Mai 2010

    Hey. Ein richtiger Blo­grausch in den let­zten Tagen :-)

    Inter­es­sant ist in diesem Mod­ell die enge Bindung von Gerät und Inhal­ten. Bei App­lika­tio­nen greift Apple schon sehr stark ein. Und nicht nur qual­itätssich­ernd, son­dern auch inhaltlich.

    Bei Webin­hal­ten gibt es das hier noch nicht, aber warum nicht aus Grün­den der „Opti­mierung für trag­bare Geräte“ einen Proxy zwischenschalten?(vgl. Google Reader, mobile Ver­sion)

    Bes­timmt der­jenige, der die Geräte baut, dem­nächst auch die Infor­ma­tio­nen, die man mit diesen Geräten erhält?

     – 
    Sven

    ornament

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