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Free Software Foundation

Free Software FoundationHerausforderungen für Freie Software

Donnerstag, 21. Januar 2010

Ben­jamin Mako Hill aus dem Vor­stand der Free Soft­ware Foundation (FSF) hat vor eini­gen Tagen zu Spende­naufruf für seinen Verein veröf­fentlicht, in dem die Her­aus­forderun­gen der Zukunft für die Freie Soft­ware Com­mu­nity beschrieben sind: Das Mobile Inter­net und Inter­net­di­en­ste ste­hen ganz oben auf der Liste. In diesen Bere­ichen bedroht para­dox­er­weise zum Teil Freie Soft­ware die Zukunft der Freien Soft­ware. Da ich die FSF für einen gute Sache halte, hier mein kleiner Beitrag in Form einer Überset­zung seines Aufrufes.

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Vorbe­merkung

Ich habe die Links auf die Europäis­che FSF geän­dert und auf die deutsche Wikipedia geän­dert. Einige Links habe ich wegge­lassen. Wer die sucht, findet die im Orig­i­nal Artikel. Der Inhalt steht unter Cre­ative Com­mons Attribution‐​Share Alike 3.0 United States License.

Jährlicher Aufruf für Neu­mit­glieder

Ben­jamin Mako Hill: „Meiner Mei­n­ung nach, ist es das Prinzip Freier Soft­ware, den Benutzern Kon­trolle über die Tech­nolo­gie zu geben. In der Art und Weise wie Soft­ware unsere Erken­nt­nis und uns gegen­seitig definiert, hat Freie Soft­ware einen wichti­gen Anteil an unserer Frei­heit zu entschei­den, wie wir leben, arbeiten und kom­mu­nizieren wollen. 

Bei Freier Soft­ware geht es nicht um Soft­ware im eigentlichen Sinn; Es geht um die Befreiung der Benutzer durch Software. 

Der gewaltige Erfolg von Freier Soft­ware in den let­zten 2 Jahrzehn­ten ver­stellt Vie­len den Blick für diese ein­fache Tat­sache. Wir haben eine gewaltige Auswahl Anwen­dun­gen, Bib­lio­theken und Werkzeuge erstellt. Wir haben eine leb­hafte Entwick­ler– und Anwen­der­com­mu­nity aufge­baut. Wir haben neue Entwick­lungsmeth­o­den erfun­den, mächtige freie Lizen­zen und riesige gemein­schaftliche Pro­jekte. Bei all dem geht es aber nur darum, wie wir unsere Anwen­dern Frei­heit geben. Die Anwen­dun­gen, Lizen­zen, Meth­o­den selbst sind keine Frei­heit. Das sollen sie auch gar nicht sein, denn sie sind unsere Instru­mente nicht unser Ziel. 

Diese Unter­schei­dung ist ele­men­tar in einer tech­nol­o­gis­chen Welt, die sich stets im Fluss befindet. Ja, wir leben in so einer Welt. Das kön­nen wir daran erken­nen, wie zuse­hens mehr Men­schen Mobil­tele­fone und andere neue Endgeräte als Haupt­com­puter benutzen und die alten Anwen­dun­gen, Com­mu­ni­ties, Meth­o­den und Lizen­zen immer weniger passen und die Frei­heit der Anwen­der nicht mehr voll schützen. 

In der Tat wird die Frei­heit der Com­put­er­nutzer neue Soft­ware und neue For­men Ihrer Vertei­di­gung benöti­gen. Das umfasst auch neue Lizen­zen und neue For­men, auf ihre Ein­hal­tung zu beste­hen. Das umfasst auch neue Arten der Zusam­me­nar­beit und der Organ­i­sa­tion. Wenn die Freie Soft­ware Bewe­gung erfol­gre­ich sein will, muss sie sich auf die Frei­heit der Anwen­der konzen­tri­eren. Wir müssen die Fra­gen beant­worten, warum wir tun was wir tun und wie wir die Frei­heit schützen, die wir erre­ichen wollen. Wenn wir zu sehr an den alten Denkmustern hän­gen, wer­den wir das große Ziel, den Anwen­dern Kon­trolle über ihre Tech­nolo­gie zu geben, aus den Augen verlieren. 

Es gibt eine Menge Organ­i­sa­tio­nen die sich und das „wie?“ küm­mern. Das sind Anwälte, Fir­men und Vere­ine, die sich um die ver­schiede­nen Freien Soft­ware Pro­jekte kümmern. 

Die Free Soft­ware Foun­da­tion ist bei Weitem die wichtig­ste Organ­i­sa­tion, die sich auf das „Warum?“ konzen­tri­ert — auf das Prinzip der Freien Soft­ware. Dadurch spielt sie eine wichtige Rolle dabei, die Freie Soft­ware Com­mu­nity auf die wichtig­sten Prob­leme, Bedro­hun­gen und Her­aus­forderun­gen, die freie Pro­jekt betr­e­f­fen, hinzuweisen. In dieser Zeit der schnellen Verän­derung, ist diese Rolle wichtiger denn je. Die Fol­gen von Fehlein­schätzun­gen kön­nten ver­heerend sein. 

Dies sind die Felder, auf denen meiner Mei­n­ung nach die Free Soft­ware Foun­da­tion die Freie Soft­ware Bewe­gung unter­stützen sollte: 

Mobil­tele­fone

In einem kurzen Artikel habe ich Anfang des Jahres darauf hingewiesen, dass es mit­tler­weile Mil­liar­den Mobil­tele­fone gibt und dass die Rechen­leis­tung dieser Tele­fone immer größer wird. Sie stellen den abgeschlossen­sten, pro­pri­etärsten und unfreis­ten tech­nol­o­gis­chen Bere­ich dar, der stark genutzt wird. Für die Kon­trolle der Benutzer über die Tech­nolo­gie sieht es düster aus. Obwohl einige der beliebtesten Geräte stark auf Freie Soft­ware angewiesen sind, sind die meis­ten Tele­fone abgeschlossen, mit pro­pri­etären Dien­sten verse­hen und ihre Anwen­der gefes­selt, ges­pal­ten und hilflos. 

Wir müssen das Bewusst­sein für Freie Soft­ware unter den Mobil­tele­fon­be­nutzern her­stellen und ihnen klar machen, dass diese Tele­fone in Wahrheit leis­tungs­fähige Com­puter sind, die man viel­seitig ein­set­zen kön­nte. Wir müssen ihnen ver­ständlich machen, dass die Kon­trolle über diese Geräte Auswirkun­gen auf ihre Autonomie hat. Deswe­gen wird die Free Soft­ware Foun­da­tion dieses Jahr eine Kam­pagne rund um Freie Soft­ware auf Mobil­tele­fo­nen starten. 

Inter­net­di­en­ste

In dem Maß, wie Inter­net­di­en­ste wie Face­book, Google oder andere in den let­zten Jahren in Art und Umfang gewach­sen sind, wird eine Antwort der Freien Soft­ware drän­gen­der. Der Start des stark auf Inter­net­di­en­ste set­zende Chrome‐​OS von Google bietet einen Vorgeschmack darauf, wie eine solche Plat­tform ausse­hen kön­nte. Die Auswirkun­gen auf die Frei­heit der Anwen­der und auf die Ansätzen der bish­eri­gen Freien Soft­ware Entwick­lung sind beängsti­gend. Die Tat­sache, dass viele dieser Dien­ste mit freier Soft­ware erstellt wer­den, macht den Effekt auf die Autonomie der Anwen­der nicht weniger katastrophal. 

In diesem Jahr plant die Free Soft­ware Foun­da­tion, die erste von hof­fentlich mehreren Stel­lung­nah­men zu Freier Soft­ware und Inter­net­di­en­sten zu veröf­fentlichen. Außer­dem wird die Zusam­me­nar­beit mit Autonomous aus­ge­baut, um dabei zu helfen, Leitlin­ien für die Imple­men­tierung und Nutzung von Inter­net­di­en­sten auszuar­beiten und diejeni­gen dabei zu unter­stützen, die Dien­ste anbi­eten wollen, die die Autonomie der Benutzer besser achten. 

Kon­takte außer­halb unseres klas­sis­chen Unterstützerkreises 

Um erfol­gre­ich für die Frei­heit von Soft­ware­an­wen­dern zu kämpfen, müssen neue Ver­bün­dete außer­halb des klas­sis­chen Unter­stützerkreises gesucht wer­den. Die Free Soft­ware Foun­da­tion wird deswe­gen die Anti‐​DRM‐​Kampagne und die Kam­pagne gegen Soft­warepatente fort­set­zen. Im ver­gan­genen Jahr hat die FSF des weit­eren jün­gere Anwen­der an High‐​Schools ange­sprochen. Außer­dem gab es ein Tre­f­fen der „Frauen in der Freien Soft­ware“. Die FSF will an diese Erfolge anschließen und plant ähnliche Events in diesem Jahr. 

Natür­lich ist dieser Kampf und die Wer­bung für Freie Soft­ware Umfan­gre­icher als es die Ressourcen der FSF zur Zeit zulassen. Jeder der frei oben genan­nten Punkte ist ein ambi­tion­iertes Unternehmen und trotz­dem nur ein Teil der Arbeit des kleinen aber engagierten FSF–Teams. Selbst für die reine Fort­set­zung der aktuellen Pro­jekte benötigt die FSF hun­derte neuer Mit­glieder bis zum Ende des Jahres. Deine Mit­glied­schaft und Deine Spende kön­nen dabei helfen. 

Eine starke Freie Soft­ware Bewe­gung, die sich auf die Prinzip­ien der Freien Soft­ware konzen­tri­ert — im speziellen eine starke FSF — ist entschei­dend für die Frei­heit, die die näch­ste Gen­er­a­tion Computer‐​Nutzer erfahren wird. Es steht nicht weniger als die Autonomie dieser Gen­er­a­tion auf dem Spiel. 

Ich weiß, dass das hier nicht der erste Spende­naufruf in diesem Jahr von mir ist und ich weiß, dass die Wirtschaft­skrise für Viele schwierig ist. Ich weiß, dass es in diesem Jahr schwieriger sein kann, den Mit­glieds­beitrag aufzubrin­gen. Wir kön­nen uns aber keine geschwächte FSF in dieser Zeit eines wichti­gen, tech­nol­o­gis­chen Umbruchs leisten. 

Wenn Du noch kein Mit­glied der FSF bist, ist jetzt der richtige Zeit­punkt, eines zu wer­den. Wenn Du frühere Aufrufe gele­sen hast, und abwarten woll­ten, ist es jetzt an der Zeit zu han­deln. Die Mit­glied­schaft kostet 120,- EUR pro Jahr und wird monatlich abgerech­net. Wenn Du bere­its Mit­glied bist, hilf uns weiter mit einer großzügi­gen Spende oder überzeuge Fre­unde, Mit­glied zu wer­den. Die Free Soft­ware Foun­da­tion ist eine beschei­dene, kleine Organ­i­sa­tion mit lei­den­schaftlichen Men­schen, die uner­müdlich für Freie Soft­ware arbeiten. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass auch kleine Geschenke helfen können.“ 

Werde jetzt Unter­stützer für 10 EUR im Monat

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