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HighspeedGoogle will eigenes Glasfasernetz aufbauen

Donnerstag, 11. Februar 2010

Gestern noch drehte sich alles um Googles neues Social Media Ange­bot „Buzz“ und schon heute wird die Diskus­sion von einer neuen Ankündi­gung in den Schat­ten gestellt: Google plant den Auf­bau eines Glas­faser­net­zes für End­kun­den mit bis zu 1GBit Anbindung. Zunächst soll das „Exper­i­ment“ 50.000 — 500.000 Haushalte anbinden.

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Bis vor Kurzem hatte sich Google rein auf das Ange­bot von Soft­ware­di­en­stleitun­gen und Wer­bung konzen­tri­ert. Doch mit dem eige­nen Mobil­tele­fon „Nexus One“, der Ankündi­gung selbst Strom erzeu­gen zu wollen und jetzt dem eige­nen Glas­faser­netz wird Google immer mehr zum Mis­chkonz­ern.

Ziel: Wet­tbe­werb­s­druck ausüben

Das als „Exper­i­ment“ beze­ich­nete Vorhaben, wird vor allem eines: Druck ausüben auf die bish­eri­gen Inter­ne­tan­bi­eter weltweit. Bisher ver­fügt der durch­schnit­tliche Amerikaner über ca. 5Mbit — die schnell­ste Deutsch­landweit ver­füg­bare Leitung gibt es mit VDSL von T-​Home mit 50Mbit. Deutsch­landweit bedeutet „natür­lich“ nicht überall, son­dern in den Zen­tren. In Norder­st­edt bietet aber zum Beispiel wil​helm​.tel 100Mbit. Google will jetzt 1000Mbit anbieten.

Vor allem haben die Provider den Band­bre­it­e­neng­pass immer dafür vorgeschobene, dass sie die Net­zneu­tral­ität aufgeben woll­ten und bes­timmte Ser­vicean­bi­eter für die Übertra­gung ihrer Daten noch ein­mal extra bezahlen sollen. Google will das wider­legen und beweisen, dass man ein Net­zw­erk mit ultra­bre­iten Anbindun­gen auf­bauen kann, und dass das bezahlbar ist. Und wenn Google das kann, müssen die anderen Anbi­eter, die es sich bisher in einem gut aufgeteil­ten Markt recht bequem gemacht hat­ten, nachziehen.

Wer braucht das?

Zwis­chen 1MBit und 16Mbit ist der Unter­schied schon sehr groß gewe­sen: Man musste nicht mehr auf Youtube-​Videos warten, Down­loads sind immer schnell fer­tig — es sei denn man zieht sich eine Ubuntu-​Installations–CD. Aber alle kleineren Down­loads sind im Han­dum­drehen fertig.

Der Unter­schied zwis­chen einer 16Mbit und einer 50MBit Leitung ist nicht beson­ders groß — dadurch verän­dert sich das Inter­netver­hal­ten nicht. Dann ist die Ubuntu–CD eben rel­a­tiv schnell. Aber die zieht man sich nicht ständig. Andere so große Down­loads gibt es selten.

Der Schritt aber zum 1000Mbit ist so groß, dass völ­lig neue Anwen­dun­gen in Frage kom­men, über die heute noch so wenig nachgedacht wird, wie 1996 über Anwen­dun­gen wie Youtube. Youtube damals ein­fach undenkbar mit ISDN und weit ver­bre­it­eten 56K-​Modems.

Google schlägt zum Beispiel den Down­load von HD–Spielfilem inner­halb von Minuten vor — gähn. Die Live-​Übertragung einer Uni­ver­sitätsvor­lesung in 3D — okay. Auch nett. Was aber lässt sich mit 1000MBit in jedem Haushalt alles anstellen? Da bin ich wirk­lich gespannt.

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