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HTML5Google verspricht freies Video Codec

Sonntag, 23. Mai 2010

Google hat mal wie­der ein kleine Revo­lu­tion ange­kün­digt: Dies­mal aller­dings nicht in Form eines neuen Gerä­tes oder noch bes­se­ren Cloud-​Services. Dies­mal ist es eine Revo­lu­tion im Hin­ter­grund: Mit VP8 will Google ein moder­nes Video–Codec unter freie Lizenz stel­len und damit eine große Lücke im Netz schließen.

Der Erfolg des World Wide Web beruht zu einem gro­ßen Teil auf freier Soft­ware und freien Spe­zi­fi­ka­tio­nen: Vom Ser­ver­be­triebs­sys­tem bis HTML und dem Brow­ser ist der kom­plette Aus­lie­fe­rungs­weg einer Web­site mit freier Soft­ware abbild­bar. Die ein­zi­gen Schwach­stelle in die­ser Kette waren bis­her immer die Audio– und Videoformat.

Audio und Video sind in HTML nur schlecht vor­ge­se­hen gewe­sen. Das kann man auch gut an der komi­schen Art und Weise erken­nen, wie Multimedia-​Inhalte im Moment in HTML ein­ge­bet­tet sind. Video gibt es im Netz auch erst ver­nünf­tig nutz­bar, seit jemand auf die Idee gekom­men ist, Videos in Flash umzu­wan­deln. Flash ist aber eben­falls ein pro­prie­tä­res For­mat, so dass man immer von den Lizen­zen mit Adobe abhängt.

Video in HTML 5

Mit HTML 5 soll end­lich eine Lösung für Videos geschaf­fen wer­den, die so ein­fach ist, wie das Ein­bin­den von Bil­dern in HTML. Allein ein Video-​Tag mit der URL des Videos rei­chen. Den Rest über­nimmt der Brow­ser. Das bedeu­tet, dass der Brow­ser mit Videos umge­hen kön­nen muss. Mit Videos umge­hen kann der Brow­ser, wenn das ent­spre­chende Codec vor­han­den ist. So ein Codec ist eine Soft­ware, die kurz gesagt fest­legt, wie ein Video ein­ge­packt wird, damit es klein wird (COdie­ren) und wie man es wie­der aus­pa­cken muss, um es anzu­zei­gen (DECodieren).

Nun sind die moder­nen und breit ver­füg­ba­ren Codecs alle pro­prie­tär — sprich: irgend­wer muss dafür Lizenz­ge­büh­ren bezah­len. Oder es sind paten­tierte Teile ent­hal­ten, für die jeder­zeit Lizenz­ge­büh­ren ver­langt wer­den könn­ten. Das ist auch schon ein­mal gesche­hen, als die Recht­in­ha­ber am .GIF For­mat in den 90ern anfin­gen, Lizenz­ge­büh­ren von Software-​Entwicklern nachzufordern.

Für Ent­wick­ler freier Soft­ware kommt somit eigent­lich die Nut­zung unfreier Codecs nicht in Frage, weil sie ein unkal­ku­lier­ba­res Risiko dar­stel­len. Googles Ankün­di­gung den VP8Codec unter freier Lizenz zu ver­öf­fent­li­chen, kommt einem Befrei­ungs­schlag gleich. Und Chrome, Fire­fox und Opera sol­len das Codec unter­stüt­zen. Sogar Micro­soft hat ange­kün­digt, den Stan­dard im Inter­net Explo­rer 9 zu inte­grie­ren.

Links

Foto: Flickr Com­mons

Kommentare

  • gravatar
    Stefan

    23. Mai 2010

    Die MPEG-​LA, die einen Patent-​Pool für H.264 ver­wal­tet, behaup­tet, dass ihre Patente auch für VP8 gel­ten und hat ange­kün­digt, auch hier einen Patent-​Pool zu pla­nen, den dann VP8-​Nutzer lizen­sie­ren kön­nen, wie ich H-​264-​Nutzer in Zukunft ab 2012 für MP4 lizen­sie­ren müs­sen. Im bes­ten Fall Patent-​FUD, im schlech­tes­ten hat VP8 somit dann kei­nen Vor­teil vor H.264 mehr.

    ornament
  • gravatar
    Steffen

    23. Mai 2010

    Oh, ich les das auch gerade bei Golem: „MPEG LA will mög­li­che Patent­ver­stöße prü­fen“ http://​www​.golem​.de/​1​0​0​5​/​7​5​2​9​1​.html

    Das ist natür­lich übel. Scheint gar nicht so leicht zu sein, einen freien Codec zu entwickeln.

    ornament

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