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Foto: photocase | mathias the dread

FreifunkFreies Netz für Alle

Samstag, 09. Januar 2010

Bevor Anfang der Neun­ziger Tim Berners-​Lees Ver­sion des Hyper­textes das Inter­net, wie wir es heute ken­nen, pop­ulär machte, hieß das Hobby mit den Modems „Daten­fer­nüber­tra­gung“ (DfÜ). Während heute vor allem große Fir­men das Geschäft mit den Net­z­zugän­gen und den Web­server bes­tim­men, waren es damals Leute wie Du und ich, die sich per Modem zusam­men schlossen. Damals schon ließen sich Mails um die Welt ver­schicken — diese Vision eines Bürg­er­net­zes kommt jetzt wieder unter dem Namen „Freifunk“.

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Man nehmen einen han­del­süblichen WLAN–Router und spiele eine beson­dere Soft­ware auf. Wenn das jew­eils die Nach­barn A und B machen, stellen die bei­den Router eine Verbindung zu einan­der her — A und B kön­nen miteinan­der Infor­ma­tio­nen aus­tauschen und Daten hin und her­schicken. Etwas weiter wohnt C — der hast sich auch so einen Router gebastelt und liegt im Emp­fangs­bere­ich von B. So kann C über B mit A kommunizieren.

A, B und C haben ihr eigenes, kleines Netz aufge­baut. Wenn sich A einen Web­server ein­richtet und Seiten ablegt, kön­nen B und C drauf zugreifen. Ver­fügt A über einen Inter­net­zu­gang und stellt seinen Freifunk-​Router so ein, dass dieser genutzt wer­den darf, kön­nen B und C darüber mit­sur­fen. Der geteilte Inter­net­zu­gang ist eine prak­tis­che Ergänzung aber nicht die wichtig­ste Grund­lage des Frei­funks: Es geht um eine Internet-​Infrastruktur in den Hän­den der Bürg­erin­nen und Bürger.

Frei­funk als Chance für ländliche Regio­nen

In der dänis­chen Region Djurs­land gibt es das wohl größte Frei­funkpro­jekt: Nach­dem sich Djurs­land im wirtschaftlichen Abschwung sah, kein Inter­ne­tan­bi­eter die Gegend bre­it­bandig erschließen wollte und im Jahr 2000 auch noch die let­zte Region­alzeitung auf­gab, nah­men die Bürg­erin­nen und Bürger ihr Schick­sal in die Hand und began­nen sich gegen­seitig auf einer Fläche von 1491 km² per Frei­funk zu ver­net­zen und sich mit Nachrichten aus der Region zu versorgen.

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