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Männer unter sich…

GesellschaftFrauen + Open Source

Dienstag, 10. August 2010

Der Frau­en­an­teil in der IT-​Branche liegt bei etwa 25% — mit abnehmender Ten­denz. Im Open Source Bereich ist es sogar nur 1%. Das sind so wenig ehren­amt­lich enga­gierte Ent­wick­le­rin­nen, dass es oft gar nicht auf­fällt, dass keine Frauen da sind. Das ist umso erstaun­li­cher, wenn man bedenkt, dass es für die Teil­nahme an Open Source Pro­jek­ten keine Aus­wahl gibt — kein sexis­ti­scher Chef, der Frauen nichts zutraut.

Open-​Source-​Projekten könnte man unter­stel­len, Män­ner­clubs zu sein, die den Umgang mit Frauen nicht gewohnt sind und die Dis­kri­mi­nie­rung würde sub­ti­ler stattfinden.

Natür­lich ist es bedingt durch den gerin­gen Frau­en­an­teil unge­wöhn­lich, wenn eine Frau ankäme und mit pro­gram­mie­ren will. Das wird sicher anders wahr­ge­nom­men, und die Begeis­te­rung über die Frau im Team wäre gemischt mit Skep­sis, ob die das denn über­haupt kann. Ich denke aber, dass einige Arbeits­pro­ben die Qua­li­tät bewei­sen wür­den — ohne die wird aber übli­cher­weise auch kein Mann an den Code gelassen.

Sexis­mus?

Auch bekannte Blog­ge­rin­nen gibt es wenig — zu dem Thema maßt man eine Menge mut: Vor allem basiert die gän­gige Art Bekannt­heit oder Rele­vanz von Blogs zu mes­sen auf männ­li­chen Maß­stä­ben. Gerade beim Blog­gen schei­nen Frauen aber auch beson­ders mit anony­men Sexis­mus in Form belei­di­gen­der Kom­men­tare kon­fron­tiert zu wer­den.

Die­ses offene Sexismus-​Problem, das es beim Blog­gen offen­bar gibt, ist mir im Open Source Bereich aber nicht bekannt. Sicher gibt es da auch ab und zu Typen, die zudring­lich wer­den. Das ist dann wohl eher per Mail — also nicht öffent­lich. Warum sollte das aber im Open Source Bereich häu­fi­ger sein, als im Sport­ver­ein oder bei der frei­wil­li­gen Feuerwehr?

Wenig Frauen bei Web­Mon­ta­gen und Bar­Camps

Mir begeg­net ein ähnli­ches Phä­no­men, wenn ich mit Frauen über den Web­Mon­tag spre­che: Ein­mal im Monat tref­fen sich in Kiel Leute, die sich pro­fes­sio­nell mit dem Inter­net beschäf­ti­gen, hal­ten sich ein paar kleine Vor­träge über das, was sie gerade beschäf­tigt und dann wird dis­ku­tiert, geschnackt und netzgewerkt.

Die Leute sind aus total unter­schied­li­chen Bran­chen — es sind aber auch zu 95% Män­ner. Jede Frau kann sich wie jeder Mann im Wiki als Teil­neh­me­rin ein­tra­gen und einen Vor­trag hal­ten oder nicht. Dar­über ent­schei­det keine Redak­tion aus Män­nern. Sie tun es ein­fach nicht.

Warum ist ein der­art offe­nes For­mat wie der Web­Mon­tag oder ein Open Source Pro­jekt unfrei­wil­lig einer der letz­ten (quasi) Frauen-​freien Orte?

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Kommentare

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    Hinnerk

    10. Aug 2010

    Zu Kom­men­ta­ren in Blogs halte ich Mark Bern­steins Gedan­ken zu dem Thema für aus­ge­spro­chen lesens­wert: http://www.google.de/search?hl=de&q=site:markbernstein.org+%22blog+comments%22

    Ich teile seine Posi­tion (»blog com­ments are bad«), habe bei mir Kom­men­tare deak­ti­viert und genieße es, in einem Blog gegen Kom­men­tare in Blogs zu kommentieren. ;-)

    ornament
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    Steffen Voß

    10. Aug 2010

    Du wirst lachen: Ich finde anonyme Kom­men­tare auch oft blöd. Auf kaf​fee​ringe​.de sind die Kom­men­tare aber meis­tens nicht anonym und fast aus­nahms­los wohl­mei­nend. Die meis­ten Kom­men­ta­to­rIn­nen geben Namen an, an denen zumin­dest ich sie erken­nen kann (oder es zumin­dest meine sie zu erken­nen). Und selbst wenn Kri­tik kommt, ist sie so for­mu­liert, dass ich mich nicht bekla­gen möchte.

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    Melanie Richter

    10. Aug 2010

    Viel­leicht sind Frauen in die­sem Bereich gele­gent­lich per­fek­tio­nis­ti­scher als Män­ner, eben weil sie auf här­tere Kri­tik vor­be­rei­tet sind (Stich­wort: „Kann die das über­haupt?“). Ich könnte mir vor­stel­len, das man­che dann län­ger zögern etwas Eige­nes vor­zu­stel­len, weil es in ihrer eige­nen Wahr­neh­mung noch nicht vor­zeig­bar ist.
    Män­ner sind da glaube ich schmerz­freier und zei­gen auch weni­ger spek­ta­ku­läre Sachen und tau­schen sich aus, was ja im Bereich Open Source auch genau rich­tig ist, weil nur so Dia­log ent­ste­hen kann. [/​hobbypsychologisiert]

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    Clemens Lang

    10. Aug 2010

    Inter­es­sen­tes „fur­ther rea­ding“ dazu: http://​www​.tldp​.org/​H​O​W​T​O​/​E​n​c​o​u​r​a​g​e​-​W​o​m​e​n​-​L​i​n​u​x​-​H​O​W​T​O​/​i​n​d​e​x​.html

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    Mela

    11. Aug 2010

    Hmm,

    warum es wenige Frauen in OpenSource-​Projekten gibt, könnte mit den Prio­ri­tä­ten zusam­men­hän­gen die Frauen set­zen. OpenSource-​Entwicklung setzt ein mehr oder weni­ger autis­ti­sches, hyper­fo­kus­sier­tes Ver­tie­fen in ein Pro­jekt vor­aus. Neben Job, Stu­dium oder Schule. Bei unkla­rem Erfolg und eher dif­fu­sem per­sön­li­chen Gewinn.

    Frauen hal­ten sich oft aber lie­ber an sozia­lere Frei­zeit­be­schäf­ti­gun­gen.
    Selbst Frauen mit schwer autis­ti­schen Zügen sind oft noch sozia­ler und kon­takt­freu­di­ger als Män­ner.

    Zudem sind viele Frauen eher ergeb­nis­ori­en­tiert sind und fra­gen sich erst ein­mal wel­cher Vor­teil sich für sie dar­aus ergibt. Anse­hen und Ruhm in der Geek-​Szene sind ihnen weni­ger wichtig.

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    Steffen

    11. Aug 2010

    Inter­es­sant, Mela. Einen sol­chen bio­lo­gi­schen Deter­mi­nis­mus hätte ich gar nicht erwar­tet. Aber wenn tat­säch­lich die Erklä­rung ist, dass Frauen ein­fach kein Open-​Source-​Gen haben, muss man sich ja auch keine Gedan­ken dar­über machen, ob man etwas ändern muss.

    Wenn Frauen sich auf prak­ti­sche Auf­ga­ben nicht kon­zen­trie­ren kön­nen und sich lie­ber um Klatsch und Tratsch und das eigene Vor­an­kom­men küm­mern, dann passt das tat­säch­lich nicht mit einem ehren­amt­li­chen Enga­ge­ment zusammen.

    ornament
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    Mela

    18. Aug 2010

    Da hast du mir aber einige Wort im Mund herumgedreht.

    ornament

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