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Ubuntu-Logo

VorguckerEnde April kommt Ubuntu 10.04

Mittwoch, 10. März 2010

Am 29. April soll Ubuntu 10.04 „Lucid Lynx“ erschei­nen und nach sechs Jah­ren orange/​brauem „Human“-Design, bekommt Ubuntu dies­mal einen neuen Look: „Light“ ist deut­lich Apple-​inspiriert und wirkt auf­ge­räum­ter. Neben dem Aus­se­hen, ändert sich eine Menge mehr, denn 10.04 soll wie­der ein Long Term Sup­port Release sein, mit dem dann eine Menge Leute eine län­gere Zeit leben kön­nen sollen.

Wer bereits Ubuntu instal­liert hat, kann die aktu­elle Alpha von „Lucid Lynx“ instal­lie­ren indem er Alt+F2 drückt und dort „update-​manager –d“ ein­gibt. Wie üblich läuft das Update kom­plett im Hintergrund.

Der erste Start

Nach dem Neu­start fällt mir als ers­tes Grub2 auf — bis auf eine leicht ver­än­derte Optik ist das aber immer noch die schlichte Text-​Auswahl für die ver­schie­de­nen, instal­lier­ten Betriebs­sys­teme. In der Ver­wal­tung bedeu­tet das aber, dass nicht mehr die /boot/grub/menu.lst ver­wen­det wird, son­dern die /boot/grub/grub.cfg.

Es soll einen neuen, schö­nen Boots­plash geben, den ich aller­dings nicht seh. Da gibt es offen­bar einen Bug, der auch schon gemel­det ist. Macht aber nix, denn Ubuntu boo­tet in Rekord­zeit. Da würde der Lade­bild­schirm ohne­hin nur 20 Sekun­den ange­zeigt wer­den. Auch nach dem Login geht es flott wei­ter. Nach weni­gen Sekun­den steht das Sys­tem voll zur Verfügung.

Der Desk­top

Die neue Desktop-​Ansicht von Lucid Lynx ist durch den dunkel-​grau/​pink-​Look dunk­ler als zuvor. Die Ober­flä­chen sind weni­ger glossy — eher sei­den­matt. Man fühlt sich aber gleich hei­me­lig und zum Bei­spiel die Icons im obe­ren Panel sind durch die deut­li­chen hell-​dunkel-​Kontraste sehr klar. Im Brow­ser fal­len die edlen Scroll­bars und For­mu­la­r­ele­mente auf. Hier hat Ubuntu einen eige­nen Look entwickelt.

Im Datei­ma­na­ger „Nau­ti­lus“ ist jetzt auch ein Split­screen mög­lich (F3), mit dem man leicht Dateien von einem ins andere Ver­zeich­nis ver­schie­ben kann.

Kom­mu­ni­ka­tion ist jetzt fest im Betriebs­sys­tem ver­an­kert: Im obe­ren Panel ste­hen direkt das Mail­pro­gramm „Evo­lu­tion“, der Multi-​Messenger-​Client „Empa­thy“ und die Microblogging-​Anwendung „Gwib­ber“ für Twit­ter, Face­book & Co. zur Auswahl.

Mein Tipp: In dem Panel macht sich die Wet­ter­an­zeige gut — so hat man neben Datum und Uhr­zeit auch immer die aktu­elle Tem­pe­ra­tur im Auge.

Appli­ka­tio­nen

Ich habe mich dies­mal auf die Standard-​Applikationen von Ubuntu ein­ge­las­sen und nutze statt Thun­der­bird jetzt Evo­lu­tion für E-​Mails. Auf den ers­ten Blick scheint Evo­lu­tion alles zu machen, was Thun­der­bird auch kann. Der Kalen­der sieht aber bes­ser inte­griert aus — bei Thun­der­bird muss zunächst Light­ning als Add-​on dazu instal­liert wer­den. Die Inte­gra­tion in Ubuntu sorgt dafür, dass die Mai­l­an­zeige auf neue Nach­rich­ten hinweist.

Was ich nicht ganz ver­stehe: Warum bie­tet das Adress­buch von Evo­lu­tion Unter­stüt­zung für Pid­gin, nicht aber für den Standard-​Messenger Empa­thy — Empa­thy ist wesent­lich schlan­ker und über­sicht­li­cher als Pid­gin — Lei­der kann Empa­thy aber kein Skype. Für Jab­ber, Facebook-​Chat und ICQ funk­tio­niert es aber ganz hervorragend.

Bis­her gar nicht genutzt habe ich so ein Tool wie Gwib­ber, das meine Twitter-​, Facebook-​, Flickr– und Identica-​Timeline ver­eint und das auto­ma­ti­sche Cross­pos­ten ermöglicht.

GIMP ist bei einer Neu­in­stal­la­tion nicht vor­in­stal­liert und es gibt keine rechte Alter­na­tive, nicht ein­mal für klei­nere Ände­run­gen an Bil­dern (dre­hen, ver­klei­nern usw.). GIMP sollte also als ers­tes Nach­in­stal­liert werden.

Ich ver­lass mich dies­mal kom­plett auf die Foto­ver­wal­tung von F-​Spot. Durch ein klei­nes Mal­heur sind meine Fotos ohne­hin durch­ein­an­der gekom­men und F-​Spot hält jetzt auto­ma­tisch Ord­nung. Mir doch egal, in wel­chen Ver­zeich­nis­sen die Dateien liegen.

Das Glei­che gilt für die MP3s — Da bin ich mir aber noch nicht sicher, ob das groß­ar­tige Songbird wei­ter Tool der Wahl bleibt. Die iPod-​Unterstützung ist seit der 1.4 kaputt und Pod­casts las­sen sich immer noch nicht damit ver­nünf­tig ver­wal­ten. Rhyth­m­box ist die Stan­dar­d­an­wen­dung von Ubuntu für MP3 & Co. Neu ist bei Rhyth­m­box die Unter­stüt­zung von iPods — mein oller iPod Photo wurde ohne Pro­bleme erkannt. Die Podcast-​Funktion hatte ich vor­her schon ein­mal aus­ge­tes­tet und die ist ganz gut. Rhyth­m­box ist nur ein­fach nicht so chic und erwei­ter­bar wie Songbird.

Open Office 3.2 ist vor­in­stal­liert und da für mich Open Wri­ter schon lange zu DER Text­ver­ar­bei­tung gewor­den ist, bin ich damit voll zufrie­den.

Cloud Ser­vices mit Ubuntu One

Bereits seit der letz­ten Ver­sion von Ubuntu unter­stützt das Sys­tem sei­nen eige­nen Cloud Ser­vice „Ubuntu One“: 2 GB ste­hen jedem Ubuntu-​Benutzer kos­ten­los zur Ver­fü­gung, um Daten online zu spei­chern. Für 10$ im Monat gibt es sogar 50GB.

Eine kleine Über­ra­schung ent­hält Rhyth­m­box: Dort gibt es den Link zu einem Ubuntu One Music Store. Es wird also zukünf­tig mög­lich sein, über einen eige­nen Store MP3s zu kau­fen. Der Dienst soll offen­bar in Zusam­men­ar­beit mit 7digital ange­bo­ten werden.

Aus einem Guss

Gerade Ubuntu — im Gegen­satz zum Bei­spiel zu Kubuntu — wirkte immer schon ganz gut aus einem Guss. Mit 10.04 geht Cano­ni­cal noch einen Schritt wei­ter. Was Apple-​Kunden nur um den Preis eines unfreien Betriebs­sys­tems bekom­men, ist mit Lucid Lynx für Linux-​Fans erreich­bar: Ein wohl­ver­zahn­tes Betriebs­sys­tem, das alle nor­ma­len Anwen­dungs­fälle abdeckt: Kom­mu­ni­ka­tion, Büro, Unterhaltung.

Ich bin mir ziem­lich sicher, dass man mit die­ser Ver­sion auch Linux-​Neulinge glück­lich machen kann: Die Stan­dard­kon­fi­gu­ra­tion lässt keine Wün­sche offen — nur der Lieblings-​Ego-​Shooter läuft natür­lich nicht so ohne Wei­te­res…

Kommentare

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    Sven Thomsen

    10. Mär 2010

    Hi,

    wegen „dun­kel“: Radiance statt Ambi­ance neh­men, dann sieht das echt schick aus. Ledig­lich die Posi­tion des „Schließen“-Buttons ist noch gewöh­nungs­be­dürf­tig.

    Gruß,

    Sven

    ornament
  • gravatar
    Steffen

    10. Mär 2010

    Die Schließen-​Buttons sind auf der lin­ken Seite sicher, weil die bei Apple auch da sind. Und so wie ich Apple kenn, hat das irgend­ei­nen Usability-​Vorteil. Ver­mut­lich den, dass die Menü­punkte auch links sind.

    Ich finds aber auch komisch und des­we­gen habe ich die But­tons wie­der nach rechts gescho­ben: Starte mit Alt + F2 den „gconf-​editor“ und navi­giert nach apps -> meta­city -> gene­ral -> button_​layout Dort setzt Du den Dop­pel­punkt auf die linke Seite der Option:

    :minimize,maximize,close

    ornament
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    Brüsseler

    10. Mär 2010

    Von 9.10 war/​bin ich ja ent­täuscht gewe­sen, so dass ich nach 4 Jah­ren Ubuntu wie­der zu Man­driva zurück­kehrte aber ich werde 10.04 auf jeden Fall tes­ten… mal schauen ob es mich überzeugt.

    Apro­pos, war nicht Pid­gin frü­her der Standard-​Messenger unter Gnome? Inso­fern wun­dert es mich nicht, dass es diese Inte­gra­tion von Pid­gin in Evo­lu­tion gibt.

    ornament
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    Franz

    01. Apr 2010

    Da kann ich mich Brüs­se­ler nur anschlies­sen. Die alten Ver­sio­nen haben mich auch nicht wirk­lich über­zeu­gen kön­nen. Werde es aber auf jeden Fall mal mit der neuen Ver­sion versuchen.

    ornament
  • Gast

    13. Apr 2010

    wenn der Lieblings‐​Ego‐​Shooter Alien Arena heißt läuft der schon ein­fach so ;) ansons­ten muss man halt mit wine halt etwas fum­meln. Das ein­zige echte Pro­blem auf das ich bis her gesto­ßen bin sind blöde Kopier­schutz­me­cha­nis­men die trotz ori­gi­nal cd teil­weise zum Spiel­ver­der­ber wer­den ;-( hoffe da tut sich noch.

    ornament

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