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designritter / photocase.com

MedienDie iPad-Falle

Mittwoch, 03. März 2010

Noch im März sol­len die ers­ten iPads aus­ge­lie­fert wer­den: Der große Bru­der des iPho­nes wird schon jetzt von eini­gen für den Ret­ter des klas­si­schen Jour­na­lis­mus gehal­ten. Die neue Alli­anz mit Apple könn­ten sich aber schnell als Phyr­rus­sieg herausstellen.

Apple ist eine Com­pu­ter­firma, die Ende der 90er vor allem des­we­gen schon ein­mal fast tot war, weil sie dafür berüch­tigt war, dass man an ihre Com­pu­ter keine nor­ma­len Dru­cker anschlie­ßen konnte — Apple war der Mei­nung, ein eige­ner Anschluss wäre der rich­tige Weg, den Kun­den nicht nur die eige­nen Rech­ner, son­dern auch gleich noch die eige­nen Dru­cker auf­drü­cken zu können.

Genau diese Firma lebt in den letz­ten Jah­ren sehr gut davon, dass sie ein geschlos­se­nes Sys­tem von MP3–Play­ern, Mobil­te­le­fo­nen, Betriebs­sys­tem und Online-​Musikhandel betreibt. Ohne iTu­nes bekommt man keine Musik auf den iPod und ohne App-​Store keine Anwen­dun­gen auf das iPhone. Was es im iTunes-​Store gibt, wird natür­lich von Apple kon­trol­liert. So fliegt allzu Frei­zü­gi­ges gerne mal raus.

Ende Januar hat Steve Jobs jetzt mit dem iPad das neue Pferd im Apple-​Stall vor­ge­stellt und Maga­zine wie „Wired“ fei­ern die neuen Mög­lich­kei­ten. And­rew Nach­i­son von WeMe­dia aber warnt davor den Ver­trieb kom­plett an Apple abzugeben:

This leads to some prac­tical and ethi­cal ques­ti­ons for media com­pa­nies – and for jour­na­lists who work for them. If news com­pa­nies become busi­ness part­ners with Apple, and they see a strong busi­ness inte­rest both in the iPad’s suc­cess and the App Store’s approach to con­tent dis­tri­bu­tion, you have to wonder:

  • How far will news­pa­per and maga­zine publis­hers go to keep Apple happy?
  • How far will Apple go to keep its publis­her busi­ness part­ners happy?“ 

Bis­her hat­ten die Ver­lage den gesam­ten Ver­triebs­weg selbst in der Hand — wenn sie sich kom­plett über­flüs­sig machen und ihre Inhalte der Will­kür eines ein­zi­gen Anbie­ters über­las­sen, wäre das katastrophal.

Zur Zeit lässt sich eine Kon­zen­tra­tion viele Inter­net­an­ge­bote auf wenige Anbie­ter beob­ach­ten: Jeder ist bei Face­book, jeder sucht bei Google und iTu­nes ist der Inbe­griff für den Media-​Store. Wer weiß schon, wer der zweit­größte in jeder Kate­go­rie ist?

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Foto: desi­gn­rit­ter /​pho​to​case​.com

Kommentare

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    Sebs

    03. Mär 2010

    Es ist ein Witz wie die Land­schaft der deut­schen Ver­le­ger auf das Ipad war­tet. Das erin­nert mich an eine Herde Gnus die dar­auf war­ten das die nächste Löwen­bande kommt und sich an ihnen satt isst.
    Den Ver­triebs­weg abzu­ge­ben wird viele Umsätze kos­ten und viele Arbeits­plätze. Und das alles nur weil keine Fähig­keit zur Inno­va­tion da ist. trau­rig, aber toll fuer Stevie. Der bekommt noch­mal 25 mil­li­ar­den in die Spass­kasse. Zuerst haben ihn die tel­cos sub­ven­tio­niert und jetzt die Ver­lage. Das kei­ner das Schema erkennt?

    ornament

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