kaffeeringe.de - Internet & Kreativität Kaffeeringe Logo

Mitmachen!: Bloggen für Einsteiger

Foto: Some rights reserved by antigone78
Foto: Some rights reserved by antigone78
Steffen Voß

Während Face­book inzwis­chen fast Stan­dard in der Inter­net­nutzung gewor­den ist, führt das Bloggen noch immer fast das gle­iche Nis­chen­da­sein, wie vor eini­gen Jahren. Natür­lich gibt es inzwis­chen “Cor­po­rate Blogs” und Musik­erin­nen, Jour­nal­is­ten und Poli­tik­erin­nen bloggen aber oft sind das Blogs mit einem bes­timmten Zweck. Dabei ist Bloggen ein tolles Hobby. Man kann beim Bloggen ler­nen und jeder ist Experte für irgend etwas — Wis­sen, das geteilt wer­den will. 

Warum sollte ich bloggen?

Bloggen ist Schreiben. Und schreiben zu kön­nen, kann nie schaden. Schreiben lernt man nur durch Schreiben. Schreiben ist darüber­hin­aus ein Prozess, in dem man seine Gedanken ord­net, prüft und an dessen Ende ein Zwis­ch­en­ergeb­nis steht. Schreiben hilft also auch beim Denken.

Wer einen Gegen­stand ver­ste­hen will, muss sich inten­siv damit beschäfti­gen. Es hilft, wenn man sich vorn­immt, den Gegen­stand in einem ein­fachen Text vorzustellen. Wenn das Pub­likum ver­steht, was man meint, hat man es auch selbst verstanden.

Du siehst: Bloggen macht man vor allem für sich selbst. Leser sind ein net­ter Bonus. Und deren Feed­back die Krö­nung. Ein Blog ist also so eine Art öffentliches Denk-Tagebuch. Es ist auch immer wieder span­nend, Monate oder Jahre später zu lesen, was man mal gedacht hat und wie sich die Dinge entwick­elt haben.

Wie schreibe ich einen ein­fachen Blogpost?

Die ein­fach­ste Form eines Blog-Posts ist ein Kom­men­tar: Du liest einen inter­es­san­ten Artikel in einem anderen Blog oder bei einem eher klas­sis­chen Medium. Dann nimmst Du den Link zu dem Artikel und schreibst etwas in der Art von:

Peter Müller schreibt in seinem Blog­post “Die Kunst, Blog­a­r­tikel zu schreiben,“[<- Link!] dass … Ich finde…”

Fer­tig. Ein Blog­a­r­tikel muss nicht lang sein. Und ger­ade zu Anfang hilft es, wenn man nicht ver­sucht einen Roman zu schreiben oder zu viele Gedanken in einen Artikel zu quetschen. 2 Absätze (1. Peter Müller schreibt…, 2. Ich meine…) reichen.

Gut ist es auch, wenn man zwei oder mehrere fremde Artikel zu einem Gedanken zusammenführt:

Peter Müller schreibt in seinem Blog­post “Die Kunst, Blog­a­r­tikel zu schreiben,” dass… Aber wenn man bedenkt, was Maria Petersen in “Bloggen als Handw­erk” schreibt, dann…”

Neben dieser ein­fachen Form kann man natür­lich auch alle For­men nutzen, die der Jour­nal­is­mus zu bieten hat.

Was ist mit Stil und Rechtschreibung?

Kor­rekt und gut geschriebene Texte sind ein­facher zu lesen. Aber Du soll­test nicht mit einem Anspruch an die Per­fek­tion ans Bloggen herange­hen, der Dich dann vom Bloggen abhält. Der Weg ist das Ziel: Für die Rechtschrei­bung gibt es Hil­fs­funk­tio­nen in den Browsern. Und das Netz ist voll mit Tipps zum besseren Schreiben. Wie gesagt: schreiben lernt man durch Schreiben.

Wie oft muss ich bloggen?

Das Tolle an einem Blog ist: Du musst nicht jeden Tag 32 Seiten oder 24 Stun­den Pro­gramm voll bekom­men. Du schreibst so viel, wie Du eben schreibst. Und wenn Du mal eine pro­duk­tive Phase hast, dann sind das mehrere Beiträge pro Tag und wenn dann man 3 Monate Pause ist, dann ist das auch nicht schlimm. Blogs kann man abon­nieren. Dazu eignet sich zum Beispiel ein RSS–Reader oder eine Facebook-Fanseite. Dann müssen Leute, die sich für Dein Blog inter­essieren nicht jeden Tag vor­bei schauen, son­dern sie wer­den benachrichtigt, wenn Du etwas Neues geschrieben hast.

Wie finde ich ein Thema?

Mein Artikel ist fer­tig — und nun?

Dein Artikel ist fer­tig und er ist für die gesamte Welt im Inter­net zu lesen. Wenn Du jetzt vielle­icht doch den einen oder anderen Leser willst, kannst Du deinen Artikel mit einem Kom­men­tar dazu bei Face­book, Twit­ter, Google+ und wo auch immer posten.

Wenn Du mit Deinem Post auf Beiträge in einem anderen Blogs “antwortest” wird, sofern beide Blog­pro­gramme das unter­stützen, automa­tisch ein “Ping­back” gesendet. Dein Beitrag wird dann unter dem Orig­i­nal­beitrag als Kom­men­tar ver­linkt und dessen Autor und andere Leser so auf Deinen Artikel hingewiesen. Auch so kannst Du Aufmerk­samkeit für dein Blog bekom­men. Du soll­test das aber nicht übertreiben und mit Deinem Artikel immer einen echten Mehrw­ert leis­ten. Du machst Dich nicht beliebt damit, wenn Du offen­sichtlich ver­suchst auss­chließlich Besucher abzugreifen.

Woher bekomme ich ein Blog?

Ich selbst bin ja ein Fan von der Do-It-Yourself-Lösung: Web­space mieten, eine Blogging-Software instal­lieren und losle­gen. Auch das ist nicht unmöglich für Tech­niklaien. Die Zugangs­daten für den Server und die Daten­bank bekommt man bei dem Web­space­provider und die meis­ten Blog-Systeme haben ein­fache Installations-Assistenten. Oft kann man die Sys­teme sogar direkt per Klick durch den Webspace-Anbieter instal­lieren lassen. Bei meinem Liebling­shoster all-inkl.com gibt es ein solches Paket für 4,95 € im Monat.

Ich sehe aber ein, dass das nicht jeder will. Dann muss man sich in die Hände anderer Anbi­eter begeben. Hier bietet sich wordpress.com an. Das ist erst ein­mal kosten­los und Word­Press ist eine weit ver­bre­it­ete Blog-Software, die man auch selbst instal­lieren kann. Wenn Du also irgend­wann mal Deinen eige­nen Web­Space hast, kannst Du immer noch mit allem umziehen, was Du schon geschrieben hast.

Noch ein­facher und mit einer leb­haften Com­mu­nity drum herum ist Tum­blr. Da soll­test Du allerd­ings bedenken: Was bei Tum­blr ist, bleibt bei Tum­blr. Mein Blog hier, betreibe ich selbst seit 2004 und in der Zwis­chen­zeit musste jeder bei MySpace sein und dann bei Stu­diVZ und jetzt bei Face­book, aber mein Blog gibt es immer noch. Wie das mit Tum­blr in 5 Jahren aussieht, weiß man nicht.

Wenn Du mit dem Gedanken spielst, ein Blog zu eröff­nen — Nur Mut. Es macht Spaß!

Foto: Some rights reserved by antigone78

Tags: , , ,

Kommentare

  1. Faldrian:

    Eine schöne Anleitung! Ich hoffe viele weit­ere Leute kom­men auf den Geschmack. Auch ger­ade wenn man irgend­wie schöpferisch ver­an­lagt ist, bietet es sich an, das alles ein­fach in Form eines Blogs in Inter­net zu kip­pen. :)

    Wie geht das mit diesen Facebook-Seiten denn? Sollte man sich für seinen Blog eine Facebook-Seite ein­richten, die dann automa­tisch so Teaser aus dem RSS–Feed postet oder wie ist das gemeint? Da habe ich mich noch nie mit beschäftigt…

  2. TmoWizard:

    Hallo Stef­fen!

    Nette Idee, aber das haben schon andere vor dir ver­sucht. Ich kenne auch einige Blogs, die dadurch ent­standen sind. Danach passierte da aber lei­der nichts mehr, die Blogs waren nach kurzer Zeit wieder tot! Man sollte sich schon sehr genau über­legen, worüber man schreibt. Den 1.000 Blog über das iPhone braucht wirk­lich keiner, dieses Thema ist langsam ausgelutscht!

    Ich hab ja eine gute Mis­chung, so daß ich mal dieses und mal jenes schreiben kann. Ich glaube aber nicht, daß das viele so ein­fach nach­machen können.

    Außer­dem ist für einen wirk­lichen Anfänger wohl ein Free­hoster besser, wobei ich mich inzwis­chen garantiert nicht mehr als solchen beze­ich­nen kann. Immer­hin existiert mein “Cas­tle” mit ver­schiede­nen “Umzü­gen” nun seit über 5 Jahren! ;-)

    Übri­gens: RSS ist abonniert!

    @Faldrian: Da gibt es bei Face­book ein Anwen­dung dafür, nennt sich “RSS Grafitti”. Aber ehrlich gesagt funk­tion­iert das bei mir nicht ger­ade berauschend, besser gesagt so gut wie gar nicht! :-O

    Bei einem Word­Press Blog kann man aber wie ich oder eben hier Stef­fen ein entsprechen­des Plu­gin instal­lieren, damit klappt das dann eigentlich recht zufrieden­stel­lend. Wobei es bei Twit­ter am besten klappt, damit hatte ich noch nie Ärger! Da gibt es einige ver­schiedene Plu­g­ins, allerd­ings sollte man dabei auch auf den Daten­schutz achten und sein Impres­sum entsprechend anpassen!

    Grüße nun aus TmoWizard’s Cas­tle zu Augsburg

    Mike, TmoWiz­ard

  3. Steffen:

    @TmoWizard: „Wer kämpft, kann ver­lieren. Wer nicht kämpft, hat schon ver­loren.“ Die Möglichkeit des Scheit­erns sollte kein Argu­ment gegen ein Blog sein. Denn zum Einen hat man nicht zu ver­lieren und zu Anderen endet alles irgend­wann. ;-)

    Ich weiß auch, dass es tausende Anleitun­gen zum Bloggen gibt, aber ich habe gese­hen, dass im Inter­net noch Platz war und ich wollte vor allem meine Blogging-Idee mal nieder­schreiben: Leser sind ein Bonus und deren Quan­tität sagt nichts über die Qual­ität eines Blogs und meiner Erfahrung damit aus. ;-)

    @Fadrian: “Sollte man eine Fan­seite für ein Blog anle­gen?” Diese Frage hat mich auch schon beschäftigt. Ich finde es eigentlich albern zum Beispiel für ein kleines Blog wie kaffeeringe.de eine Fan­seite anzule­gen, die nach­her 20 Leuten “gefällt”. Deswe­gen unter anderem habe ich das auch noch nicht gemacht. Aber es ist sicher ein Mit­tel, dass auch nichts kostet und das auch wieder ein paar Leser, die mit RSS nichts anfan­gen kön­nen, zu Stamm­le­sern macht. Ander­er­seits kön­nen die auch mein Facebook-Profil abonnieren.

    Ich rate davon ab, Beiträge automa­tisch zu posten. Das mach ich bei Twit­ter, weil ich mich um twit­ter nicht so wirk­lich küm­mer. Aber die Leute sehen, dass das automa­tisch ist, weil es außer dem Titel nichts Indi­vidu­elles sein kann. Das wird schnell über­lesen. Ich bin bei Face­book davon abge­gan­gen, den Feed per RSS Graf­fiti zu posten, weil es da das gle­iche Prob­lem gibt und es noch mehr auf­fällt, weil mehr Platz für Text ist. Ich poste die Sachen dann meis­tens mit einem kleinen Kom­men­tar. Bei diesem Artikel zum Beispiel: “Schreibt mehr in dieses Inter­net — es ist noch lange nicht voll! ;-) ” Der Titel, das Bild und der Anreisser ste­hen dann ja drunter. Bei Twit­ter hätte ich nur diesen Kom­men­tar und den Link dann genommen.

    Automa­tisierte Posts wer­den zusät­zlich von Face­book schlechter bew­ertet und weniger Men­schen gezeigt. Eine Fan­seite im Auto-Modus kriegt quasi keine “Gefällt mir”-Klicks und wird kaum gese­hen. Wenn Du das alles manuell machst, geht das ganz anders ab.

  4. Jörn Schaar:

    Mit­machen! Bloggen für Einsteiger

    Sascha Lobo hat es auf der re:publica XII aus­gerufen: “Lasst uns 2012 zum Jahr der Blogs machen!“; während meiner Nachtschicht im News­flöz las ich nun Stef­fens Wer­bung für’s bloggen, die (unter gle­ichem Titel wie bei mir) in seinem Blog kaffeeringe.de auf­tauchte. Mein erster Gedanke war “Sind Blogs das richtige Medium, um Leute zum bloggen zu brin­gen?”… http://kfrng.de/y2rfu

  5. Daniela:

    Ein toller Artikel. Ich habe ihn über Twit­ter ent­deckt und hoffe dass er viele Leser zum Bloggen ani­miert. Ich starte ger­ade mein eigenes Blog. Der Artikel bietet für Anfänger eine Gute Basis loszulegen.

    Für Face­book inter­essiere ich mich eher weniger. Bringt es wirk­lich etwas sich einen “Fre­un­deskreis” auf Face­book aufzubauen? Ich per­sön­lich nutze lieber andere soziale Netzwerke.

  6. Panek:

    Ein sehr inter­es­san­ter Artikel. Ich denke vor allem am Anfang ist es unheim­lich schwer sich als Blog­ger zu behaupten und sich auf die wichti­gen Dinge zu konzen­tri­eren. Eines ist jedoch wichtig learn­ing by doing!
    Viele Grüße

  7. Claudia Hiesemann:

    Bloggen macht echt Spaß, aber mir fiel der Anfang nicht leicht.Für alle die wie ich noch mehr Unter­stützung brauchen, gibt es bei der Volk­shochschule in Nien­burg dem­nächst einen Kurs im Bloggen für Anfänger mit WordPress.

  8. Steffi:

    deine Anleitung ist wirk­lich super. Da ich ab und an mal Prob­leme habe ein geeignetes Thema zu finden, werde ich ein­fach mal deine Tips befol­gen. Vielle­icht twit­tert ja mal jemand was beson­deres oder inter­es­santes :-)
    viel Spaß noch beim Bloggen

  9. Die Laura:

    Hallo Stef­fen,

    ich bin über den Google hier gelandet, weil ich noch sehr neu im Bere­ich des Bloggens bin und ger­ade die ersten Gehver­suche unternehme. Ich habe mir, das will ich ehrlich beto­nen, leichter vorgestellt, in der Blog­land­schaft Fuß zu fassen.

    Nach den ersten Artikeln habe ich das Pro­jekt dann wieder eingestellt und plane ger­ade alles von vorn, um dieses Mal alles richtig zu machen und bin bei meiner Suche auch hier gelandet. Sehr schöne Anre­gun­gen, die du hier gibst. Vor allem über die The­me­nauswahl habe ich sehr lange nachgedacht und da kom­men mir ein paar Ideen ger­ade recht.

    Außer­dem bin ich noch auf einen anderen Artikel, da geht es auch um das Bloggen für Ein­steiger, gestoßen (http://blogkiste.com/bloggen-fuer-anfaenger/), wo es noch viele Anre­gun­gen gibt, die deinen Beitrag sehr schön ergänzen. Ich weiß ja nicht, ob man hier auf andere Blogs ver­weisen darf…, komis­cher­weise haben sich da manche sehr selt­sam. Wenn das so ist, lösche meine Empfehlung ein­fach, aber mir hat der Artikel bei den ersten Schrit­ten doch sehr geholfen :-)

    Eine Frage habe ich allerd­ings noch: Du schreibst, dass ein Blog­a­r­tikel nicht lang sein muss. Ja.., das stimmt mit Sicher­heit. Auf anderen Seiten kon­nte ich allerd­ings den Hin­weis lesen, dass es für Such­maschi­nen besser ist, ein wenig aus­führlicher und sehr fokussiert zu schreiben. Wie muss ich mir das vorstellen? Ich habe auch schon andere Blog­ger — auch den aus dem ver­link­ten Beitrag — angeschrieben, doch bisher bleiben die Antworten aus. Aber wahrschein­lich muss ich mich ein­fach gedulden :-)

    Ich würde mich sehr über eine Antwort von dir freuen und natür­lich, wenn es diese denn gibt, weit­ere Hin­weise oder Links zu anderen tollen Blog­beiträ­gen, die mir den Ein­stieg erle­ichtern. Ganz egal, was du noch so in petto hast :-)

    Schöne, far­ben­frohe Grüße
    Laura

  10. Debatte: Renaissance des Bloggens statt Facebook und Google+:

    […] etwas davon haben und einen Input geben kön­nen. Als Fan des freien Inter­nets und des dig­i­tale Do-It-Yourselfs frage ich mich natür­lich, wie sich die Idee von Blogs mit der Kraft sozialer Netzwerke […]

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

E-Mail-Benachrichtigung bei weiteren Kommentaren.
Auch möglich: Abo ohne Kommentar.