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#28C3: Der kommende Kampf um freie Computer

Foto: Bestimmte Rechte vorbehalten von pdcawley
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Steffen Voß

Beim Chaos Com­mu­ni­ca­tion Con­gress hat der Inter­ne­tak­tivist und Schrift­steller Cory Doc­torow einen großar­ti­gen Vor­trag mit dem Titel “The Com­ing War on Gen­eral Com­pu­ta­tion — The Copy­right War Was Just the Begin­ning” gehal­ten. Er hat dabei eine deut­liche Verbindungslinie von den ersten Kopier­schutzmech­a­nis­men zum aktuellen Trend immer geschlossenerer Sys­teme gezo­gen. Ein paar der besten Gedanken waren in der anschließen­den Diskus­sion versteckt.

Die verbinden­den Ele­mente aller verge­blichen Ver­suche von Indus­trie und Poli­tik, die Nutzung von Com­put­ern zu reg­ulieren sind zwei Fehlannahmen:

  1. Weil Com­puter jede Art von Nutzung pro­tokol­lieren kön­nen, kann man jede Art Nutzung ver­mark­ten. Daraus ergeben sich unglaubliche, neue, wirtschaftliche Möglichkeiten. Man kann Bücher für einen Tag ver­mi­eten und bei Fil­men Cent-weise abrech­nen, wenn jemand die Pause-Taste drückt.
  2. Man kann bei Com­put­ern bes­timmte Funk­tio­nen abschal­ten, wie man bei Autos, wenn man bes­timmte Teile (Soft­ware) nicht einbaut.

Com­puter sind aber nicht wie Autos. Freien Com­puter ist egal, welche Soft­ware auf ihnen läuft. Und die Abrech­nung der Nutzung geht nur um den Preis eine detail­lierten Überwachung der Nutzung.

Autos sind immer mehr fahrende, und Flugzeuge fliegende Com­puter. Com­puter übernehmen immer mehr Auf­gaben und zukün­ftig wer­den auch solche Din­gen wie Hörg­eräte mit Com­put­ern betrieben. Es sei daher wichtig, so Cory Doc­torow, dass wir sicher sein kön­nen, dass da keine Soft­ware drauf läuft, die wir nicht wollen und die vielle­icht gegen uns arbeitet.

Wenn man sich die Geschichte der Com­puter anschaut, wer­den die Sys­teme tat­säch­lich immer restrik­tiver. Der Tief­punkt der Entwick­lung sind heute die voll­w­er­ti­gen, kleinen Com­puter in Smart­phones. Bei denen entschei­det kom­plett der Her­steller, welche Soft­ware darauf laufen darf und was die darf. Dabei geht es nicht nur um Apple. Auch die meis­ten Android-Telefone muss man erst kom­pliziert “rooten”, um darauf machen zu kön­nen, was man will.

Cory Doc­torow warnt davor, das mit Offen­heit zu ver­wech­seln und das zu ruhig hinzunehmen. Natür­lich haben diese Geräte oder auch Face­book & Co. einen großen Nutzen und sie machen vieles gut von dem, was sie machen soll­ten. Die Prob­leme sind dage­gen nicht so offen­sichtlich und so direkt. Und er benutzt eine span­nende Meta­pher dafür: Wenn das Rauchen einer Zigarette direkt Krebs aus­lösen würde, gäbe es nie­man­den, der noch rauchen würde. Um mit dem Rauchen aufzuhören, braucht man deswe­gen einen besseren Grund als die Gefahr von Krebs in 30 Jahren, denn das wird einem beim näch­sten Schmachter nicht helfen.

Das was im Moment rund um Copy­rights disku­tiert wird, ist in dem Kampf nur der “kleine Boss am Ende des Lev­els” und nicht der große End-Boss. Um auch zukün­ftig freie Com­puter sicherzustellen, müssen heute die Organ­i­sa­tio­nen unter­stützt wer­den, die sich um die Frei­heit kümmern.

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Foto: Bes­timmte Rechte vor­be­hal­ten von pdcaw­ley

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Kommentare

  1. Nutzungsbedingungen: Die schleichende Privatisierung der Strafverfolgung:

    […] hat wer was auf­ge­ru­fen, ver­än­dert, an wen geschickt? Cory Doc­to­row hat in sei­nem Vor­trag beim 28C3 erk­lärt, wie die­ses Prin­zip funk­tio­niert und wel­che Gefahr von dem Wun­sch ausgeht, […]

  2. Netzneutralität: Wie soll das Internet sein und wer sorgt dafür, dass es so wird?:

    […] das Netz ver­schlech­tern, finde ich einen Weg, das zu umge­hen. Die­sen Selbst­be­trug hat Cory Doc­torow in seinem Vor­trag auf dem 28C3 ent­zau­bert: Dadurch betei­ligt man sich trotz­dem am all­ge­mei­nen Trend und […]

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