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ownCloud 2: Meine Daten bleiben bei mir

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Steffen Voß

Seit gestern gibt es das offizielle Release von own­Cloud 2. Auf einem nor­malen Web­space lassen sich damit ein Dropbox-artiger Web­spe­icher, ein Kalen­der, ein Kontakt-Manager und ein Online-Musikplayer betreiben. Nach­dem ich fest­gestellt habe, dass bei meinem Web­space noch 80 GB ungenutzt waren, habe ich mich an die Instal­la­tion gemacht.

Die Instal­la­tion von own­Cloud 2 ist vor­bildlich ein­fach: Hochladen, im Browser aufrufen und schon hat man den Login-Screen vor sich. Own­Cloud will dann einen ersten User — Als Daten­bank nimmt es zur Not auch SQLite, wenn man keine Verbindungs­daten für MySQL oder Post­gres angibt.

Nach dem Login hat man dann eine nor­male Dateiver­wal­tung vor sich. Man kann Verze­ich­nisse anle­gen und Dateien hochladen. Soweit so unspek­takulär. Aber:

  1. Own­Cloud 2 lässt sich auch per Web­Dav wie ein nor­males Laufw­erk ins Betrieb­ssys­tem ein­hän­gen. Man muss dann nicht mehr per Browser hantieren und kann sich beliebige Backup-Skripte aus­denken, die auch automa­tisiert Daten auf den Server schieben. Da es WebDav-Clients für alle möglichen Sys­teme — auch z.B. Android-Telefone — gibt, kann man von über­all aus auf das Net­zlaufw­erk zugreifen. Die Dateien und Verze­ich­nisse kann man auch per Token–URL öffentlich oder auch wieder pri­vat machen.
  2. Musik­dateien wer­den von own­Cloud als solche erkannt und geson­dert behan­delt. Zum einen kann man sie online per Web­player anhören. Zum anderen bietet own­Cloud einen Ampache–Server, mit dem man die Dateien zum Beispiel mit Amarok auf den heimis­chen Rech­ner strea­men lassen kann.
  3. Der einge­baute Kalen­der lässt sich per Cal­Dav zum Beispiel mit Thun­der­birds Kalender-Plugin Light­ning ver­heiraten. So richtig habe ich das noch nicht zum Laufen bekom­men. Prinzip­iell soll das aber gehen.
  4. Das gle­iche gilt für die einge­baute Ver­wal­tung von Kon­tak­ten. Auch die kön­nen automa­tisch mit Thun­der­bird abgeglichen werden.
  5. Own­Cloud ver­fügt dann noch über eine Bookmark-Verwaltung, die ich mir aber noch nicht angeschaut habe. Da bin ich zur Zeit mit Seman­tic Scut­tle und dem Firefox-Sync ganz gut bedi­ent. Testen wer­den ich aber mal.

Das Pro­jekt own­Cloud existiert seit Anfang 2010 und hat noch nicht ein­mal Seiten in der Wikipedia — weder in der deutschen noch in der englis­chen. Dafür wirkt es aber sehr ern­sthaft. Die gestern veröf­fentlichte Ver­sion 2 zeigt vor allem, was zukün­ftig alles möglich sein wird. Man hat sich auf eine hand­voll Bas­is­funk­tio­nen konzen­tri­ert und die ordentlich zum Laufen gebracht.

Die Bedi­enung ist noch nicht über­all so ein­fach und prak­tisch, wie sie sein kön­nte. Den Musik­player kön­nte man zum Beispiel in einem Popup öff­nen, damit die Musik nicht bei jedem Seit­e­naufruf kurz unter­brochen wird. Die Ein­rich­tung von Web­Dav und Cal­Dav kön­nte noch mehr von own­Cloud unter­stützt werden.

Per­spek­tivisch wäre es schön, wenn das Sharen mit einer Com­mu­nity wie Dias­pora möglich wäre. Ich hab neulich schon drüber gebloggt, dass Ubuntu One Dias­pora anbinden sollte. Man müsste das als generelle Schnittstelle entwickeln.

Effek­tiv wäre es ja so, dass mein Diaspora-Login eben­falls mein ownCloud-Login ist. Dias­pora kön­nte dazu ein­fach als OpenID-Provider auftreten. Own­Cloud kann ja schon OpenID — soweit ich das im back­end ver­standen habe.

Als zweiten Schritt müsste man seine Fre­unde und Aspekte bei Dias­pora abfra­gen kön­nen, um Dateien mit ihnen sharen zu kön­nen. Die Prü­fung der Frei­habe beim Abruf kön­nte dann wieder über die OpenID-Funktionen laufen.

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Kommentare

  1. ownCloud 2: Meine Daten bleiben bei mir | fortschrittsbalken:

  2. Kai Breker:

    Die Tat­sache, dass Google Reader eingestellt wird und auch mein mit­tler­weile knapp wer­den­der Spe­icher­platz (1/3 ist belegt ;-) ) in der Drop­box bringt mich wieder zu den Gedanken, auf own­Cloud zu setzen.

    Nun lese ich bei Caschy in den Kom­mentaren viel Kritik:

    http://stadt-bremerhaven.de/owncloud-5-veroeffentlicht-neue-oberflaeche-und-bald-ein-eigener-rss-reader/

    Kannst Du die beschriebe­nen Prob­leme bei der Geschwindigkeit und der Syn­chro­nisierung bestätigen?

  3. Steffen Voß:

    Keine Prob­leme. Es ist halt nicht super schnell — aber okay. Vielle­icht willst Du Dir meinen Download-Ordner anschauen: http://kfrng.de/downloads Da ist nicht viel drin, aber ein biss­chen kannst Du vielle­icht aus­pro­bieren, wie es sich anfühlt.

  4. dos:

    Ich habe von eini­gen Leuten auch gehört, dass der Ein­satz von MySQL eine deut­lich bessere Per­for­mance als SQLite bringt.

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