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Flickr: Innovation lässt auf sich warten

Foto:  Some rights reserved by poolie
Foto: Some rights reserved by poolie
Steffen Voß

Seit eini­gen Jahren schon bin ich mit meinen Fotos auch bei Flickr. Ich finde den Ser­vice solide, ser­iös und gün­stig. 25$ pro Jahr bin ich gerne bereit dafür zu bezahlen, dass meine Fotos ordentlich behan­delt wer­den und mir die Rechte erhal­ten bleiben. Bis auf einige Verbesserun­gen im Fron­tend hat sich bei Flickr aber lange nichts mehr getan.

Ende August hat Flickr ein neue Fea­ture präsen­tiert: “Geofences” Damit kann man Loca­tions definieren, die automa­tisch eine bes­timmte Sicher­heit­se­in­stel­lung haben: Alle Fotos, die im Umkreis von 100m um meine Woh­nung von mir aufgenom­men wur­den, sollen automa­tisch nur für mich und meine Fam­i­lie sicht­bar sein. Eine nette Funk­tion, aber meine Fotos sind ohne­hin stan­dard­mäßig pri­vat und ich veröf­fentliche sie nur bei Bedarf. Und sooo großar­tig ist dieses Fea­ture nicht.

Vor eini­gen Monaten hat Flickr ein­mal die kom­plette Ober­fläche über­ar­beitet. Und ich muss sagen, dass das sehr sub­til gemacht wurde: Die neue Ober­fläche unter­schei­det sich nicht wesentlich von der alten, die Funk­tio­nen wur­den aber besser ange­ord­net und selbst verbessert.

Mir fehlen aber einige Fea­ture und seit ich dort Kunde bin, hat sich Flickr nicht in Rich­tung neuer Fea­ture entwick­elt. Bei knapp 16000 Fotos brauch ich tech­nis­che Hilfe:

  1. Ich kann nicht ein­fach auf Fotos aus einer bes­timmten Zeit zugreifen. Bei meinem Desktop-Tool Shotwell wer­den alle Fotos chro­nol­o­gisch sortiert und in Ord­nern für Jahren, Monate und Tage gesam­melt. Wenn ich weiß, dass ein Foto aus dem Herbst 2009 stam­men müsste, kann ich es schnell finden.
  2. Schon länger kann man Fotos bei Flickr “geo­t­aggen” — ich kann auf einer Karte fes­tle­gen, wo ein Foto aufgenom­men wurde. Ich kann hin­ter­her aber nicht ordentlich alle Fotos von mir her­aus­suchen, die in einer bes­timmten Gegend aufgenom­men wur­den. Viele meiner Fotos sind aus Kiel und aus meinen Stadt­teil. Der Karte­nauss­chnitt in der größten Zoom­stufe ist immer noch so groß, dass nicht alle Fotos gefun­den wer­den — und anzeigen kann man sie auch nicht vernünftig.
  3. Picasa kann seit län­gerem schon Gesichter erken­nen und hilft dabei, Fotos von bes­timmten Per­so­nen wiederzufinden. Ich möchte ungern, dass so ein Fea­ture öffentlich ver­füg­bar ist, aber intern — für mich — hätte ich das gerne auch in Flickr.
  4. Wenn man Gesichter erken­nen kann, müsste es doch auch möglich sein, andere Dinge zu erken­nen. Google Gog­gles erkennt alles Mögliche. Ich fänd es sehr hil­fre­ich, wenn es ein Tool in Flickr gäbe, das beim Taggen unter­stützt und Tags vorschlägt. Es müsste doch zumin­d­est mit einer gewis­sen Wahrschein­lichkeit möglich sein, Natur­fo­tos von Autos und Autos von Men­schen zu unterscheiden.

Es wäre gut, wenn ein Foto­di­enst wie Flickr es den Kun­den so ein­fach wie möglich macht, Fotos zu sortieren und wiederzufinden. Am Schön­sten wäre natür­lich eine Open Source Galerie mit solchen Fea­tures. Aber wenn Cop­per­mine und Menalto Gallery das beste ist, was Open Source zu bieten hat, werde ich lei­der noch eine Zeit bei Flickr bleiben. Es kön­nte aber sein, dass aus Rich­tung Ubuntu One, Sparkle­share oder own­Cloud inter­es­sante neue Ansätze kommen.

Foto:  Some rights reserved by poolie

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Kommentare

  1. Christoph:

    Die Ober­fläche wurde mal über­ar­beitet? Wow, das war so sub­til, dass ich es nicht gemerkt habe.

    Gesicht­serken­nung möchte ich gar nicht. Die Daten wer­den nach­her an das Bild getaggt (Exif oder andere For­mate) und der Fotograf, der es urspünglich gut meinte, ver­schickt dann irgend­wann unbe­wusst getag­gte Bilder.

    Flickr ist solide, stimmt. Aber in der Tat fehlt es an Inno­va­tion und Esprit. Andere Dien­ste wie 500px & Co. holen auf. Noch halte ich aber die Stange :-)

    C.

  2. lightonflux:

    Naja ich glaube ja nicht das sich Own­cloud für das veröf­fentlichen von Fotos eige­nen wird. Zumd. nicht mit dem jet­zi­gen Anspruch, aber vllt findet sich jmd der mal ein schönes und mächtiges Plu­gin dazu schreibt.

    BTW: Ich bin mir nicht sicher ob Picasa das für die Gesicht­serken­nung auch nutzt, da Google ja neulich ein biometrik-Unternehmen gekauft hat, aber OpenCV kann das Gesicht­serken­nen übernehmen (Open­Source).
    Nur falls du dir mal dein eigenes Pro­gramm bauen willst ;)

  3. Steffen:

    @Christoph: Ja, tat­säch­lich — Flickr hat vor ein paar Monaten mal die Ober­fläche über­holt. Man kon­nte da eine zeit­lang noch hin und her wech­seln. Aber die prinzip­ielle Aufteilung ist geblieben: Oben das Menü, links das Foto, rechts Optio­nen zum Foto. Die haben vor allem Funk­tio­nen zusam­men geschoben, die gut zusam­men passen: Datum und Uhrzeit sind jetzt zusam­men mit dem Ort auf der Karte. Alle Aktio­nen sind in einem Menü und es gibt ein weit­eres Menü zum Sharen. Außer­dem ist die Light­box besser und besser inte­gri­ert und man kann sie mit Tas­tenkürzeln steuern.

    Gesicht­serken­nung müsste ordentlich gemacht wer­den. Man kann ja vielle­icht ein­stellen, wo die Daten gespe­ichert wer­den — im EXIF oder nur in der Datenbank.

  4. Simon:

    Also das mit dem Zeitraum geht bei mir. Ich kann rechts neben unter meinem Namen auf das Datum klicken und lande dann im Archiv, wo ich vom Tag zu den Monaten und Jahren navigieren kann. Zudem gibt es dort einen Kalender.

    Von dort komme ich auch zur Weltkarte, die ich doch sehr hochau­flösend finde.

  5. Marissa Meyer: Mach Flickr bitte wieder toll!:

    […] unge­fähr hatte Flickr seine über­ar­bei­tete Ober­flä­che vor­ge­stellt. Schon damals fand ich, dass Flickr die Inno­va­ti­ons­kraft abhan­den gekom­men ist. Die aktuelle […]

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