Steffen Voß - Web-Fuchs und Blogger Kaffeeringe Logo

Wutvögel: 42 Mio Dollar für Angry Birds

Some rights reserved by Iain Tait
Some rights reserved by Iain Tait
Steffen Voß

Wie das t3n Maga­zin berich­tet, bekom­men die Erfin­der von „Angry Birds“ 42 Mio US–Dol­lar Risi­ko­ka­pi­tal. Nur zur Erin­ne­rung: Angry Birds ist ein ein­fa­ches Spiel­chen für Smart­pho­nes, bei dem man Level für Level mit Vögeln auf Häu­ser schießt. Das ein­fa­che Spiel­prin­zip begeis­tert so viele Fans, wie einst das arme Moor­huhn. Ist das der Beweis dafür, dass man mit Vögeln reich wer­den kann, oder dafür, dass die Finanz­bran­che schon wie­der nicht mehr weiß, wo sie ihr Geld noch nach­hal­tig anle­gen kann?

Man­che behaup­ten, es han­dele sich bei den Angry Birds um ein neo­kon­ser­va­ti­ves Pro­pa­gan­da­spiel der ame­ri­ka­ni­schen Teaparty-Bewegung. Immer­hin wird in jedem Level aus­schließ­lich von links geschos­sen und das Ziel ist es, alles kaputt zu machen. Doch das würde bedeu­ten, dass die Kon­ser­va­ti­ven pas­sive, grüne Schweine wären. Die Inter­pre­ta­tion funk­tio­niert also nicht. Viel­mehr ist Angry Birds so etwas wie Moor­huhn 2011.

Ist es aber über­in­ter­pre­tiert, wenn man sich fragt, wie lange sich so eine Spiel­idee aus­reit­zen lässt? Es hat zwar bis heute 35 Vari­an­ten des ursprüng­li­chen Moor­huhn Spiels gege­ben. Ob da aber die Sum­men bei her­aus­ge­kom­men sind, die eine 42$ Mio Dol­lar Risi­ko­in­ves­tor zufrie­den stel­len würde, finde ich fraglich.

Ich habe ja neu­lich schon über die wach­sende Blase im Zusam­men­hang mit dem Mond­wert von Face­book geschrie­ben. Ein Ham­bur­ger Unter­neh­mer erzählte neu­lich auf einer Ver­an­stal­tung im Beta­haus, dass seine 700 Mit­ar­bei­ter Firma noch ein­mal 700 Leute ein­stel­len wür­den, wenn sie wel­che fände. Youtube stei­gert seine Mit­ar­bei­ter­zah­len um 30% — welt­weit stellt Google sogar 6000 neue Leute ein.

Keven Lin stellt in sei­nem Blog die Frage, ob wir uns in einer neuen Blase befin­den und er ana­ly­siert empi­ri­sche Daten:

„The first dot-com bub­ble hap­pened around late 1990’s to 2000, and the pos­ter child for the bub­ble is pets.com. If there is ano­ther bub­ble, we would expect to see more star­tups with ridi­cu­lous ideas such as location-based pet mes­sa­ging app to receive signi­fi­cant rounds of fun­ding or major acqui­si­ti­ons. As a con­se­quence, if there is a bub­ble, we would see an expo­nen­ti­ally increase in num­ber of star­tups and investments.“

Auf Basis sei­ner Annahme kommt er zwar zu dem Schluss, dass es keine Blase sein muss, son­dern ein­fach eine wirk­lich gute Zeit für Star­tups sein könnte. Ich finde das Invest­ment in Angry Birds aber eine hin­rei­chend „ridi­cu­lous idea“ — die­ser Deal war Kevin Lin aber noch gar nicht bekannt, als er den Arti­kel schrieb…

Foto: Some rights reser­ved by Iain Tait

Tags: , , , , ,

Kommentare

  1. Mathias:

    Nun,ich will nicht sagen, dass Du und Lin sich kom­plett irren, aber:

    Schauen wir ein­fach mal die Firma Zynga an, die auf Face­book mit Cit­ty­vile, Farm­ville, Mafia­wars und ande­ren, rie­sige Gewinne ein­fährt. Im Prin­zip ist Angry­Birds von Rovio nichts ande­res, hier fehlt nur noch der soziale Gedanke im Spiel, der jedoch bereits mit einer Ver­öf­fent­li­chung auf Face­book in Kürze (Mai) bereits in Umset­zung ist.

    Die Gewinne hier lie­gen jeseits von 100 Mio bei Zynga, da scheint ein Invest von 42Mio nicht gänz­lich falsch zu sein…

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

E-Mail-Benachrichtigung bei weiteren Kommentaren.
Auch möglich: Abo ohne Kommentar.