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Web-Entwicklung: Responsive Webdesign als Standard

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Steffen Voß

In seinem aktuellen Artikel fragt der Kieler Web-Entwickler Den­nis Erd­mann: “Wann wer­den Respon­sive Web­de­sign und mobile Geräte endlich zum Stan­dard?” — Nach und nach steige der Anteil der mobilen Geräte mit rel­a­tiv kleinen Dis­plays, die dann oft auch noch hochkant genutzt wer­den kön­nten. Die Web-Entwicklung müsse sich daran ori­en­tieren und ein Web-Design zum Stan­dard machen, das sich an alle Geräte anpasse: Respon­sive Webdesign.

Im Prinzip ist diese Diskus­sion eine Fort­set­zung der Diskus­sion um Bar­ri­er­erfrei­heit — Und die war eine Forset­zung der Diskus­sion um Software-Ergonomie. Im Kern geht es darum, die Inhalte und Dien­ste möglichst vie­len Men­schen möglichst gut zugänglich zu machen. Denn natür­lich funk­tion­ieren auch nor­male Inter­net­seiten auf Smart­phones und Tablets — nur sind die kleinen Links oft schwierig mit dem Fin­ger zu tre­f­fen. Eine Möglichkeit, das zu verbessern sind native Apps, die sich an der Bedi­enung­sober­fläche der Geräte ori­en­tieren. Eine andere Möglichkeit, unab­hängig von bes­timmten Geräten zu arbeiten, ist Respon­sive Web­de­sign.

Kosten­fak­tor Respon­sive Design

Respon­sive Design ist allerd­ings rel­a­tiv aufwendig — wenn man nicht ein­fach das Touch-Theme von Word­Press nimmt und auf jegliches indi­vidu­elle Design verzichtet. Solange Entwick­lungstools und Frame­works den Aufwand für Respon­sive Web­de­sign nicht auf einen Fak­tor reduzieren, der in der Preis­gestal­tung keinen großen Unter­schied mehr macht, wer­den die meis­ten Web­seiten nicht respon­sive entwick­elt wer­den. Der Effekt für die Web­seit­en­be­treiber von Respon­sive Web­de­sign ist ein­fach zu ger­ing, um einen Auf­preis zu recht­fer­ti­gen. Eigentlich müsste man sich für eine echte, mobile Web­seite auch über­legen, ob die Anforderun­gen von mobilen Anwen­dern vielle­icht ganz andere sind als von Leuten, die zu Hause vor dem Rech­ner sitzen. Unter Umstän­den käme dabei eine ganz andere Web­seite her­aus — und nicht nur eine, die man auch auf kleinen Bild­schir­men darstellen und per Fin­ger bedi­enen kann.

Von Bar­ri­ere­frei­heit lernen

Eine dritte Möglichkeit ist es, aus der Diskus­sion um die Bar­ri­ere­frei­heit zu ler­nen: Da hieß es immer, dass bar­ri­ere­freie Inter­net­seiten nicht nur für die typ­is­chen Behin­derten da sein, son­dern für Men­schen mit allen möglichen Behin­derun­gen. Wenn man so will, kann man ein kleines Dis­play und einen dicken Fin­ger als Behin­derung betra­chten. Warum macht man die Klick-Zonen nicht ein­fach größer? Auf kaffeeringe.de kann man die Über­schrift samt Dachzeile und Artikel­bild antouchen, um in den Artikel zu kom­men. Warum nicht auch den Anreißer gle­ich mit? Das kann man doch gar nicht mehr ver­fehlen und es hät­ten alle etwas davon: Die Leute mit kleinen Smart­phones, die Leute mit dicken Fin­gern auf dem Tablet, aber auch Leute, die nicht so präzise mit der Maus umge­hen können.

Browser leis­ten einen Beitrag

Die meis­ten anderen Möglichkeiten von Respon­sive Web­de­sign kön­nen die mobilen Browser eigentlich ganz gut unter­stützen: Da ist das Zoomen auf die Textspalte mit einem Doppel-Tap. Oder die Darstel­lung im Hochkant-Format. Ganz ehrlich: Sind unsere Web­seiten denn nicht immer schon hochkant gewe­sen? Unsere Bild­schirme sind immer bre­iter als hoch gewe­sen und trotz­dem musste man nach unten scrollen.

Die Zukunft ist Responsive

Die Zukunft ist Respon­sive — aber nicht so, wie wir es uns vorstellen: Wir wer­den Respon­sive nicht mehr lange als Extra verkaufen kön­nen, weil Respon­sive tat­säch­lich Stan­dard wird. Aber von ver­schiede­nen Seiten. Das ist nicht nur eine Anforderung an die Agen­tur, die eine Web­seite konzip­iert. Auch die Bedi­enung der Browser wird sich verbessern — so wie alte Browser heute fast kein Prob­lem mehr für Bar­ri­ere­frei­heit sind. Wir wer­den auch das nor­male, klas­sis­che Web­de­sign an die Benutzungser­fahrun­gen aus dem Touch-Bereich anpassen und die Klick­zo­nen größer gestal­ten. In 2 Jahren redet nie­mand mehr darüber. Dann wird die Diskus­sion “Wie kann man Inhalte und Dien­ste für möglichst viele Men­schen ver­füg­bar machen” unter einem anderen Schlag­wort geführt werden.

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Kommentare

  1. thilo:

    Ja, hat­ten wir alles schon mal. Mal waren es die ver­schiede­nen Anpassungen/Optimierungen für Browser, dann 17-Zoll-Bildschirme,… Die Opti­mierung ist aber Teil des Prob­lems, weil die Meta-Daten ein­fach zu schlecht sind. Wann wer­den Web­de­signer und auch Kun­den endlich ler­nen, dass man niemals für alle möglichen Endgeräte opti­mieren kann? Denke HTML5 hat ja bere­its viele Möglichkeiten aufgezeigt.

  2. Dennis:

    Vie­len Dank für die Erwäh­nung meines Beitrags und diesen Artikel. Tat­säch­lich stimme ich Dir zu, dass Respon­sive und Bar­ri­ere­frei­heit Hand in Hand gehen soll­ten, bzw. schon jetzt ein gutes Paar abgeben. Nur haben das viele Agen­turen nicht erkannt. Wenn sie jetzt also etwas für mobile Geräte tun, tun sie gle­ichzeitig auch ein biss­chen was für die Barrierefreiheit.

  3. Wann werden Responsive Webdesign und mobile Geräte endlich zum Standard?:

    […] Kaf­feeringe – Web-Entwicklung: Respon­sive Web­de­sign als Standard […]

  4. Kai Bojens:

    Respon­sive Design ist allerd­ings rel­a­tiv aufwendig — wenn man nicht ein­fach das Touch-Theme von Word­Press nimmt und auf jegliches indi­vidu­elle Design verzichtet.”

    Hmm? Respon­sive Design fällt doch mit­tler­weile auch beim WP Stan­dard Theme mit aus der Kiste und läuft bei mir ohne Probleme.

  5. Steffen Voß:

    Das stimmt, Kai. Aber wer nicht das Standard-Theme benutzen will, ist darauf angewiesen, das irgend­wie selbst zu erledigen.Ich ver­mute, dass Den­nis verkäuferischen Fähigkeiten nicht gut genug und sein pro­gram­miererischer Stolz so klein sind, um davon leben zu kön­nen, Leuten Word­Press in der Standard-Installation zu verticken. ;-)

  6. Tobias:

    Ich gehe auch davon aus, dass Responsive-Themes schon kurzfristig zum Stan­dard wer­den. Im Augen­blick ist es noch aufwendig, wenn man Kunden-Webseiten ihrem Cor­po­rate Design entsprechend mit einem Respon­sive Lay­out umsetzt. Da poten­ziert sich natür­lich der Entwurfs– und Abstim­mungsaufwand erhe­blich. Den Mehrw­ert muss man aktuell häu­fig auch erst ein­mal erläutern. In einem wird jeder die Tech­nik ken­nen und wie Kai Bojens schon schrieb, die mod­er­nen Standard-Themes sind schon dementsprechend aus­gerichtet. Aber wie auch immer — seit Langem entwick­elt sich mal wieder etwas im Netz zum Guten! Nicht bloss Blinkblink– und Javascript-Gedöns, son­dern echter Mehrwert.

  7. Roger Bührer:

    Ich möchte eine Wewb­seite einkaufen, die die Möglichkeit einer Auf­tragsver­gabe einer Per­son A an eine Per­son B sich­er­stellt. Der Auf­trag kann die Redak­tion eines Artikels aus einem Fachge­biet B betr­e­f­fen. B ent­nimmt aus einem Reper­toire von eini­gen hun­dert Fachge­bi­eten das­jenige, das A inter­essiert. Das Reper­toire wird von mir über Content-Management erstellt. Ich greife n i c h t in die Ver­hand­lun­gen von A und B ein, bin lediglich Anbi­eter der Web­seite für die Aufträge, die A und B inter­essieren. Kön­nen Sie mir eine Offerte unter­bre­iten für die Erstel­lung der Web­seite?
    Danke und fre­undliche Grüsse
    Roger Bührer

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