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Redesign: kaffeeringe.de im neuen Look

Kaffeeringe Logo
Kaffeeringe Logo 2012
Steffen Voß

Schon länger habe ich über­legt, wie ich kaffeeringe.de umgestal­ten kön­nte. Ich hatte aber keine Idee, in welche Rich­tung ich damit gehen wollte. Den­nis hat vor ein paar Tagen einen Artikel emp­fohlen, in dem es um ein­faches, schlichtes Design ging. Und dann bin ich über einen Artikel zu Macroty­pografie gestolpert, dessen Tipps ich ein­mal aus­pro­bieren wollte. Daraus ist die Idee für das neue Lay­out ent­standen: Schlicht, les­bar und dem Medium angemessen.

kaffeeringe.de Anno 2000

kaffeeringe.de Anno 2000

Die CD Mit Dem Kaf­feer­ing­cover” von Max Goldt hatte mich Anfang 2000 darauf gebracht, dass “Kaf­feeringe” ein toller Name für etwas mit Internet-Bezug ist: Kaf­fee ist meiner Mei­n­ung nach die treibende Kraft für Inno­va­tion im Inter­net (sorry, Google, Apple,…). Danach habe ich immer ver­sucht, real­is­tis­che Kaf­feeringe auf einem real­is­tis­chen Papier­hin­ter­grund zu präsen­tieren. Das hat mich von der Idee her in let­zter Zeit gelang­weilt. Zusät­zlich fand ich meine Umset­zung optisch nicht beson­ders gelun­gen. Und tech­nisch hat mich geärg­ert, dass das Lay­out auf einem frem­den Theme basierte, dass selbst schon ein mehrere tausend Zeilen langes CSS mit­brachte. Etwas Neues musste her. Etwas Schlichteres.

Das Logo

Zunächst habe ich mir das Logo vorgenom­men und aus den ges­can­nten Kaf­feerin­gen ein paar stil­isierte Ringe gemacht. Ich finde, man erkennt die immer noch. Dann habe ich mir einen Ersatz für die ver­schnörkel­ten Schrif­tarten aus dem alten Logo gemacht.  Die Schrift sollte schlicht und mod­ern sein und etwas mit dem Inhalt von kaffeeringe.de zu tun haben. Ich habe mich dann für die Ubuntu-Schrift entsch­ieden, weil sie frei ver­füg­bar ist und für mich ein Stück freie Soft­ware repräsen­tiert — so wie Hel­vetica für Apple steht. Den Slo­gan “Inter­net & Kreativ­ität” habe ich wegge­lassen. Der hat kein­er­lei Funk­tion gehabt und ich über­lege, ob ich auch den Schriftzug weglasse und die Kaf­feeringe und die URL für sich sprechen zu lassen.

Das Lay­out

Ich habe dann ange­fan­gen, die Tipps von Smash­ing Mag­a­zine für les­bare Artikel umzuset­zen. Das ist im Prinzip das, was die Artike­lan­sicht jetzt aus­macht. Danach habe ich über­legt, wie ich diese Artike­lan­sicht in ein Lay­out bekomme. Bisher habe ich immer gerne mit den YUI Grids gear­beitet. Ich hatte aber keine Lust auf den ganzen HTML- und CSS–Over­head, den ich dadurch mitschlep­pen würde. Ich wollte doch nur irgendwo das Logo platzieren und meine Adresse in den Footer schreiben. Ich habe mir dann nur ein kleines reset.css besorgt, um eine ein­heitliche Aus­gangs­ba­sis für die CSS–Arbeit zu haben.

kaffeeringe.de im Microsoft Internet Explorer 5.5

Inter­net Explorer 5.5

Um mit HTML5 arbeiten zu kön­nen, gibt es JavaSkripte, die alten Internet-Explorern Beine machen und laut Cross-Browser-Test scheint das sogar bis runter zum Inter­net Explorer 5.5 zu funk­tion­ieren. Dort funk­tion­ieren nur die Web­Fonts nicht. Die Arbeit mit HTML5 war anson­sten sehr ein­fach. Die Artikel­seiten beste­hen jetzt auss­chließlich aus <header>, <arti­cle>, <footer>. Ich habe mir aber auch von Word­Press gar nicht diese ganzen IDs und Klassen auf­drän­gen lassen, mit denen die Themes sonst voll sind. Dadurch ist das CSS wesentlich knap­per als mein altes.

Als die Seite soweit stand, wollte ich auch für die Inhalte die Ubuntu-Schrift ein­set­zen. Test­weise hatte ich die Schrift aus den Google Web­fonts einge­bun­den. Nach­dem das gut aus­sah und weit­er­hin leser­lich war, musste ich den Google-Aufruf wieder loswer­den. Ich habe mir also die Ubuntu-Schrift herun­terge­laden und in ein WebFont-Paket kon­vertieren lassen. Einge­bun­den habe ich aber nicht alle Schnitte, son­dern nur den nor­malen, einen mit­telfet­ten und den fet­ten. Die musste ich dann konkret im CSS an den richti­gen Stellen aufrufen und alle Attribute zu font-weight rauss­chmeißen. Die Schriften sehen sonst nicht gut aus.

Weglassen

Die meis­ten Web­seiten lei­den darunter, dass sie zu viele Infor­ma­tio­nen bieten, die vom eigentlich Inhalt ablenken. Ger­ade bei Blogs schal­ten Hobby-Webmaster gerne jedes ver­füg­bare Fea­ture ein, weil die Tech­nik Besucher unter Umstän­den davon ablenken kann, dass die Inhalte nicht so toll sind.

Schon mein altes Lay­out war nicht ger­ade mit Fea­tures über­laden. Es gab keine Blogroll, keine Kat­e­gorienüber­sicht, keine Tag-Cloud, Kein Monat­sarchiv. Trotz­dem waren da Dinge, die ich jetzt loswer­den will:

Tech­nis­che Neuerungen

Als let­ztes habe ich noch zuge­se­hen, dass die Seite “Rich Snip­pets” unter­stützt. Bei Google zum Beispiel kann man dadurch die Artikel mit dem Google+ Account verknüpfen. In den Suchergeb­nis­lis­ten wird dann mein Pro­fil­foto aus Google+ an meinen Artikel angezeigt. Außer­dem liefert die Seite Facebook-Open-Graph Tags aus, mit denen meine Artikel bei alle Seiten, die das unter­stützen, ordentlich ver­linkt wer­den können.

Die Server­stats sind jetzt aus­geschal­tet. Ich habe mir die ohne­hin nie angeschaut. Auf dem Server lagen aber noch Daten aus dem Jahr 2004 — als ich zu all-inkl.com als Hoster gewech­selt bin. Die Sta­tis­tiken laufen über mein eigenes Piwik. Und das habe ich so eingestellt, dass die IPs anonymisiert wer­den. Mich inter­essiert nicht, wer auf der Seite ist. Mich inter­essiert ein wenig, wie viele Leute vor­beis­chauen, wonach sie suchen und woher sie kommen.

Das Ergeb­nis

Das Ergeb­nis ist mal wieder ein neues Zwis­ch­en­ergeb­nis. Kaffeeringe.de ist weit­er­hin die Seite, auf der ich Ideen aus­pro­biere. Ich freue mich darüber, dass ich alle wesentlichen Infor­ma­tion in so einem min­i­malen Lay­out unter­brin­gen kon­nte. Ich finde gut, dass die Seite ohne Ein­bindung externer Dien­ste auskommt, keine Daten an Dritte weit­ergibt und nicht ein­mal mehr per Social-Media-Logo-Einbindnung Wer­bung für irgendwen macht, ohne dass ich davon etwas habe. Ich bin ein wenig stolz, über mein erstes kom­plett selbst erstelltes WordPress-Theme, das gle­ichzeigt mein erstes kom­plettes HTML5–Pro­jekt ist und mit ziem­lich wenig CSS auskommt.

Mal sehen, wie lange die Begeis­terung anhält. Ich freue mich auf Euer kon­struk­tives Feedback.

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Kommentare

  1. Dennis:

    Na, wenn du mich schon erwähnst, dann will ich doch zumin­d­est zu den Ersten gehören, die ein paar Worte zum Redesign verlieren:

    Das neue, min­i­mal­is­tis­che Design gefällt mir richtig gut. Die Entschei­dung, die Kaf­feeringe zu über­ar­beiten und in das Logo zu inte­gri­eren, halte ich für richtig, zumal du mit der stil­isierten Form jetzt auch ein biss­chen mehr machen kannst (z.B. auf 6 Meter Ban­ner drucken).

    Dadurch, dass du die zusät­zlichen Spal­ten ent­fernt hast, fällt der Fokus sofort auf das Wesentliche, den Artikel. Das war bei deinem let­zten Design nicht unbe­d­ingt der Fall. Ich würde mir vielle­icht noch mal die Laufweite des Textes und den Zeilen­ab­stand etwas genauer anschauen, weil es auf kleinen Bild­schir­men noch nicht ganz so ein­fach ist, in die näch­ste Zeile zu sprin­gen, aber sonst gefällt es mir.

    Wird denn im näch­sten Schritt noch eine Response-Version fol­gen? Dann würde es auf jeden Fall noch etwas leichter fallen, deine Artikel auf dem Smart­phone zu lesen.

  2. Steffen Voß:

    Danke für das Lob. ;-)

    Responsive-Design steht auf der Liste. Auch das ist sicher­lich ein­facher mit einem schlichten Lay­out und schlankem CSS.

  3. Patrick Cornelißen:

    Mir gefällt das neue Design sehr gut. Es ist klar, sauber ohne viel Schnörkel!

  4. Jan-Hendrik Oldag:

    Schick und kon­se­quent durchge­zo­gen — sehr gelungen!

    Eine Frage zum „jus­tify“: Musst du sämtliche soft hyphens selbst definieren?

    Und zum Logo: Ohne Schriftzug wäre es natür­lich erhe­blich cooler ;-)

  5. Steffen Voß:

    Danke!

    Die Soft-Hyphen setzt WP–Typog­ra­phy. Das wiederum benutzt die Klasse PHP–Typog­ra­phy.

    Das mit dem Logo ohne Schriftzug werde ich ein­fach mal testen, glaube ich :-D

  6. Moritz Avenarius:

    Top! Min­i­mal­izm rulesz!

  7. Axel Guckelsberger:

    Hallo Stef­fen,

    das Redesign gefällt mir sehr gut. Der min­i­mal­is­tis­che Ansatz sorgt dafür, dass die verbleiben­den Ele­mente ihren ver­di­en­ten Stel­len­wert erhal­ten. Die Fotos würde ich jedoch nicht kom­plett rauswer­fen, denn die Bild­sprache halte ich bei den meis­ten Artikeln Deiner Seite für sehr gelungen.

    Auf der Start­seite gibt es ein kleines Prob­lem: durch das automa­tis­che Nach­laden der Artikel kommt man eigentlich nie dazu, den Footer dauer­haft zu sehen um sich die Tele­fon­num­mer abzu­tip­pen oder auf den E-Mail-Link zu klicken.

  8. Martin:

    Hi Stef­fen,

    tech­nisch und auch zum Thema “weglassen” beide Dau­men nach oben. Merk­würdig aber, dass der Klick auf ein Bild erst einen Artikel aufruft, in dem man dann erneut klicken muss, um das Bild groß zu sehen.

    In Sachen Design schließe ich mich an, dass weniger mehr sein kann, bin aber vom jet­zi­gen Stand alles andere als geflasht. Der Schriftschnitt wirkt hier sehr mächtig, dazu wenig Durch­schuss (Chrome 20.0). Vor allem die Head­lines wirken sehr schwer. Dazu mag ich per­sön­lich das Ocker gar nicht :( Sobald das Logo beim Lesen oben raus gescrollt wurde, wirkt die Seite etwas “schief”, näm­lich so “fast zen­tri­ert”, das gilt vor allem für höheren Auflö­sun­gen. Die Rah­men wirken sehr sehr leicht. Ins­ge­samt wün­sche ich mir auch mehr Farbe und mehr Flächen. Beim Footer fände ich es edler, wenn unter­halb der Infozeile noch etwas “Luft” bliebe.

    Also im Detail vielle­icht noch Luft nach oben :)

  9. Steffen Voß:

    Danke für das Feedback!

    Ich habe ein paar von Euren Tipps umge­setzt und ein­fach mal aus­pro­biert, wie es mit dem Logo und ohne Schriftzug aussieht. Das gefällt mir ganz gut. Was meint ihr?

  10. Axel Guckelsberger:

    Ich fand den Logo mit Schriftzug schöner, aber im End­ef­fekt ist es immer Geschmackssache ;-)

  11. Alex:

    Also mir per­sön­lich gefiel das “alte” Design recht gut. Anfangs dachte ich beim neuen Design, ich würde auf die mobile Seite weit­ergeleitet wor­den sein ;)
    Ich finde dieses sehr min­i­mal­is­tis­che Design ziem­lich mutig, kann mich allerd­ings gut damit anfre­un­den. So wird dem eigentlichen Con­tent mehr Aufmerk­samkeit geschenkt und die Usabil­ity ist nicht zu sehr eingschränkt — auch wenn mich die fehlende Nav­i­ga­tion anfangs schon gestört hat — oder zumin­d­est die Möglichkeit “weit­erzublät­tern”.
    Trotz alle dem finde ich das neue Design echt gelungen!

  12. Dieter:

    Moin Stef­fen.

    Jetzt bin ich hin und her geris­sen. Auf der einen Seite gefällt mir die strin­gente Reduk­tion aufs Wesentliche und die dadurch erhöhte Les­barkeit der Texte im neuen Design sehr gut. Auf der anderen Seite dachte ich vor ein paar Tagen noch so: »Die Seite vom Stef­fen sieht ja mal klasse aus, so mit den organ­is­chen Ele­menten (real­is­tis­cher Tassen­ab­druck + Papier­sim­u­la­tion). Ich muss ihn unbe­d­ingt mal fra­gen, wie er das gemacht hat und ob ich davon abkupfern darf.« Das alte Design war ein­fach »nett«. Und ich fand es auch nicht zu über­laden, son­dern auf gemütliche Weise ansprechend. Ver­glichen mit dem neuen hier liegen natür­lich Wel­ten dazwis­chen. Mir fehlt die Papier­sim­u­la­tion. Das Redesign empfinde ich als ist sehr praktisch/funktional, aber lei­der auch als glatt/kalt.

    Danke für Deinen aus­führlichen Text zu Deinen Über­legun­gen. Dein Gedanken­gang wird nachvol­lziehbar dargestellt und dadurch sehr lehrre­ich bzw. wirkt anre­gend über die eigene Seite nochmal nachzudenken.

    Viele Grüße,
    Dieter

  13. Erinaceus:

    An sich nicht schlecht, nur für kleine Bild­schirme nicht geeignet. Um Blo­gein­träge lesen zu kön­nen muss ich erst nach rechts scrollen. Wenn ich das mache, überdeckt das “Kaffeeringe”-Logo den Text.

  14. Thorsten Panknin:

    Hallo Stef­fen,

    ich finde die Reduk­tion auf das Wesentliche sehr gut. Alle zumin­d­est für mich inter­es­san­ten Meta-Daten sind auch gut zu finden und die Les­barkeit der Inhalte hat gewon­nen. Artikel sind klar struk­turi­ert und eine Schrift­größe von 16px finde ich sehr angenehm.

    Die stil­isierten Kaf­feeflecken wollen mir nicht so recht gefallen, da sie auf mich nicht mehr so organ­isch wirken wie vorher; ohne den Kaffeeringe-Text hän­gen sie für mich zusät­zlich eher “komisch” oben links herum. Das als per­ma­nent sicht­baren Link zur Start­seite zu nutzen, ist eine gute Idee. Als Toplink fände ich es noch besser.

    Die dünne Umrisslinie um den Inhalt finde ich irgend­wie wirk­lich “dünne” und erfüllt für mich keinen sicht­baren Zweck. Im Gegen­teil glaube ich, dass das Lay­out ohne die Kon­tur auch funk­tion­ieren oder sogar gewin­nen würde … allein durch den Block­satz wer­den klare Lin­ien definiert, eine Abgren­zung nach außen erscheint mir unnötigt.

    Les­barkeit für den Gewinn :)

  15. Dirk Lerche:

    Ein gelun­ge­nes Lay­out und ein inter­es­san­ter Artikel.

  16. Markus:

    Hallo,
    schönes neues Design, gefällt mir gut! :-)
    Ich fände es jedoch gut, wenn es wieder den RSS–Feed-Button oder wenig­stens einen Link zum RSS–Feed gibt. Wenn mich eine Website/ein Blog inter­essiert, dann schau’ ich zuerst, ob es einen RSS–Feed oder einen Twitter-Account gibt. Das möchte ich direkt sehen und nicht erst meinen Reader starten ;-) .
    Weiter so!
    Grüße,
    Markus

  17. Steffen Voß:

    @Markus: Ich habs jetzt ein­fach mal ver­sucht. Find­est Du die But­tons? ;-)

  18. Kai Breker:

    Ich finde das neue Design auch sehr wer­tig und gefäl­lig. Aber mir fehlt ein Suchfeld.

    Würde sich so ein kleines unauf­fäl­liges Such­feld unter den Kaf­ferin­gen nicht gut machen? ;-)

  19. KChristoph:

    Schön.
    Meine Kaf­feeringe sind immer etwas klecksiger …

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